16
2010
Barcamp Kiel und der unerwartete Kulturschock
Auch die unterkühlten Norddeutschen bekommen ein astreines Barcamp auf die Beine gestellt. Wer dann wie ich so ganz ohne Erwartungen in diese 2 Tage gegangen ist, bekommt nicht nur viel geschenkt, sondern dazu noch ne Gratis Portion Kultur!
Schleswig-Holstein ist bekanntermaßen ein ziemlich extrem plattes Land. Wenn man hier aufgewachsen ist, dann geht man irgendwann dazu über, dass hier jede Menge Landschaft und Meer vorhanden sind, das richtige Leben tobt aber in good old Hamburg. Ich meine was haben wir denn hier vorzuweisen? In den Bundesligafußball wird es aus diesem Bundesland wohl kaum noch ein Verein schaffen. Ok, Handball ist ne große Nummer und es gibt das Schleswig-Holstein Musikfestival, aber dann wird es ziemlich dünn. Nerds und Blogger der Klasse A findet man hier ebenso wenig, Ausnahmen wie MC Winkel bestätigen die Regel.
Dementsprechend bin ich dann auch so völlig ohne Erwartungen zum Barcamp Kiel gefahren. Der Vorteil an dieser Haltung ist, dass man extrem viel geschenkt bekommt und voller Dankbarkeit auf das nächste Jahr wartet. Die einzelnen Sessions jetzt aufzuarbeiten würde sicherlich zu weit führen, dazu waren sie allesamt spannend, auch wenn für mich persönlich natürlich oft zu sehr nur an der Oberfläche gekratzt wurde. Allerdings war es ein wirklich geniales Barcamp bei dem es wirklich gar nichts zu meckern gibt. Von der Orga über das Catering bis hin zu den einzelnen Sessions gibt es wirklich nur Positives zu vermelden.
Was mich außer den vielen persönlichen Gesprächen allerdings besonders erfreut hat war die Abendveranstaltung am Freitag. Als wissenshungriger Marketer besteht mein Google Reader ja fast nur aus Fachblogs. Dementsprechend kannte ich bis zu diesem Abend gar nicht so etwas Schönes wie JourFitz. Ebenso wenig konnte ich mir etwas darunter vorstellen, das hat sich dann seit dem Freitag natürlich grundlegend geändert.
5 Blogger veranstalten diese Sessions jetzt anscheinend regelmässig und wenn eine bei Euch in der Nähe sein sollte, dann rate ich dringend sie zu besuchen. Dabei ändern sich je nach Veranstaltungsort wohl die Protagonisten, aber darum wird es sicherlich nicht weniger interessant sein. In Kiel wurden die 90 Minuten wie folgt gefüllt:
Anna Grassi startete diesen Abend und erzählte den Anwesenden etwas über verflossene Lover und die Liebe selbst. Mit großem Staunen nahmen die Zuhörer jedes ihrer Worte entgegen und amüsierten sich sichtlich prächtig bei ihren sehr speziellen Ausführungen. Nachlesen könnt Ihr diese wirklich wunderbaren Geschichten übrigens in diesem Artikel.
Jan Uwe Fitz (@vergraemer)war der zweite an diesem Abend mit seiner Geschichte über eine wirklich skurrile Begegnung in einem Speisewagen. Bei dieser wundervollen Geschichte fragte ich mich zwar immer wieder, wie wahnsinnig man sein muss um sich so etwas einfallen zu lassen, aber so what? Die Geschichte hätte übrigens ebenso von Loriot sein können und würde als Sketch sicher mindestens genauso gut ankommen.
Judetta erzählte uns dann als nächstes welche Probleme sie so mit Tauben hat. Dass die Dinger noch nicht einmal für den Transport von USB Sticks geeignet sind, habe ich bisher auch noch nicht so kritisch gesehen. So sagt einer ihrer letzten Tweets auch schon jede Menge über ihre Antipatie aus: “Möwen sind auch nur hübsch angezogene Tauben.” Gleich danach ließ sie uns an ihren ersten Erfahrungen in Hamburg teilhaben, also wie sich so eine Berliner Göre in Hamburg fühlt.
Mein persönliches Highlight folgte als nächstes und bot mit ihren beiden Geschichten etwas richtig Feines. Propinja schlich sich ein wenig schüchtern auf die Bühne, obwohl sie so voller Energie steckt, dass die alleine sie dort hätte hintragen können. Sie erklärt sogar uns Männern einfach und extrem amüsant welche Probleme sie mit dem PMS hat. Ihre Ode an den Stadteil St. Pauli war eine Liebeserklärung die mich echt vom Hocker gerissen hat.
MC Winkel durfte als Lokal Matador natürlich nicht fehlen und beendete den Abend mit ein paar persönlichen, typischen Winkelsen Highlights. Sicherlich war nicht jeder von seinem Auftritt angetan, für mich stellt er dennoch eine absolute Ausnahme dar. Kaum ein anderer dürfte sich an so einem Abend so präsentieren. Doch ihm kann man einfach nichts krumm nehmen und seine kleinen Geschichten sind ja nun wirklich höchst interessant und hoffentlich frei erfunden, oder?
Rock on…
Barcamp Kiel und der unerwartete Kulturschock
Montag, August 16th, 2010, 12:01Ähnliche Artikel
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Ein Artikel von










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Hallo Stefan,
ich denke du hast ein gutes Fazit der Veranstaltung gezogen. Natürlich gibt es auch andere Meinungen: http://www.laengsynt.de/laengsynt/index.php/newsneues-mainmenu-145/35-neues/626-barcamp-kiel-
Bis zum nächsten mal!
Hi Birger. Dann solltest du das nicht unbedingt kommentarlos so stehen lassen, schließlich war er der einzige der es in dieser Session so gesehen hat.
Hi Stefan, danke für deine Worte. Leider hat Markus in seinem Blog keine Kommentare erlaubt. Markus hat mir jetzt getwittert, dass er meinen Kommentar dazu postet. Das werde ich nicht machen.
@Birger: Jep, das verstehe ich. Diese Art der Kommunikation hat ja auch nicht im Geringsten etwas mit Social Media zu tun.
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