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2010
Amazon bittet zum Preisdiktat
Hat man erst einmal eine gewisse Machtposition erreicht, so gilt es diese natürlich zu verteidigen. Anders kann ich mir die neuesten Änderungen der Amazon Geschäftsbedingungen nicht erklären.
Seitdem Amazon für Händler offen ist, haben immer mehr kleine und große Onlineshops diesen Marktplatz für sich entdeckt und dort Umsätze generiert. Da Amazon bei ihren Händlern eine nicht gerade geringe Gebühr pro Verkauf verlangt, sahen sich einige Shops gezwungen die eigenen Preise auf Amazon anzupassen. Jeder der online seine Waren verkauft weiß sehr genau wie hoch der Preisdruck ist. Bei hohen Gebühren muß dementsprechend natürlich trotzdem die Marge stimmen. Also werden die Preise eben korrigiert, zu verschenken haben halt auch die Händler nichts.
Für die auf Amazon gelisteten Onlinehändler haben die neuen Geschäftsbedingungen natürlich einige Auswirkungen. Zuerst bedeutet es erstmal folgendes:
Für Sie heißt das: Wenn Sie sich entscheiden, über Amazon.de zu verkaufen, müssen Sie sicherstellen, dass sowohl der Gesamtpreis als auch der entsprechende Artikelpreis jedes Artikels, den Sie auf Amazon.de anbieten, gleich niedrig oder niedriger sind, als der niedrigste Gesamtpreis und entsprechende Artikelpreis zu dem Sie oder mit Ihnen verbundene Unternehmen diesen Artikel auf nicht ladengeschäftgebundenen Vertriebskanälen anbieten.
Ist der Händler nun nicht mehr so überzeugt von einer weiteren, erfolgreichen Geschäftsbeziehung mit Amazon, dann bleibt ihm eigentlich nur die Kündigung. Amazon selbst lässt nämlich bei einem Verstoss nicht mit sich spassen:
Verkäufer, die nicht bereit sind, Preisparität zu bieten, sollten ihre Angebote entfernen, da Verkäufer, die unsere Geschäftsbedingungen nicht einhalten, das Recht auf Amazon.de zu verkaufen verlieren werden.
Damit das Ganze dann auch reibungslos funktioniert sorgt Amazon selbst natürlich für die Überprüfung der Angebote. Wie genau das Scannen abläuft wird natürlich nicht erzählt, aber dass man es Ernst meint, wird durch diesen Satz deutlich:
Zur Prüfung der Preisparität ziehen wir Angebote von Ihnen und mit Ihnen verbundenen Unternehmen auf anderen nicht ladengeschäftgebundenen Vertriebskanälen heran. Dabei berücksichtigen wir, ob die Versandkosten eines Artikels von Ihnen oder von Amazon festgelegt werden.
Amazon selbst findet diese Aktion sicherlich weniger schlimm, das sieht man schon an dem etwas freundlicher klingenden Begriff Preisparität für die massiven Einschnitte. Ab dem 31.03.2010 gilt diese neue Regelung, danach wird den Händlern noch bis zum 1. Mai Zeit gelassen alles zu ändern. Wer danach noch nicht spurt, wird auf diesem Marktplatz sicherlich nichts mehr anbieten können.
Nun wird es sicherlich spannend werden zu beobachten wie sich der Marktplatz weiter entwickelt. Ich gehe davon aus, dass nicht wenige Händler Amazon den Rücken zukehren werden. Da die Marktplatz ohne Zweifel zu den teuersten gehört, wird es für viele Händler kaum noch Sinn machen dort zu verkaufen. Es sei denn sie tragen e.V. in ihrem Firmennamen.
Rock on…
Amazon bittet zum Preisdiktat
Dienstag, März 23rd, 2010, 10:16Ähnliche Artikel
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Ein Artikel von










Aus Kundensicht finde ich den Schritt trotzdem begrüßenswert. Ich spare mir das recherchieren auf parallelen Shopseiten, um zu schauen, ob es dort evtl. ein kleines bisschen günstiger geht.
Ich finde die rel. hohen Amazon-Kosten für Verkäufer auch nicht toll, glaube aber, es wird sich dadurch regulieren. Einige Händler werden Amazon verlassen, andere werden die Preise in ihren Shops auch anheben, je nach Händler, vielleicht auch je nach Produkt.
Abhängig davon, wie sich das ganze verlagert, wird u.U. auch Amazon sein Preismodel überdenken. Wer weiß?
Ist aus Kundensicht zum Teil auch sicherlich nicht schlecht. Nur was passiert denn wenn der Händler seine Preise auf den anderen Marktplätzen auch anpasst? Heißt dann doch im Umkehrschluss, dass die Preise dadurch für den Endverbraucher steigen, oder?
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