17
2009
Der erfolgreiche Onlineshop – Analyse des Wettbewerbs
Im ersten Teil dieser kleinen Reihe ging es um das Konzept und die Idee zu einem Onlineshop. Natürlich gehört zu einem schlüssigen Konzept auch die Analyse des Wettbewerbs. Jedoch spielt eine genaue Analyse eben heute eine sehr große Rolle.
Wer heute einen Onlineshop starten will, hat einen großen Nachteil. Er muß sich erst neu an einem Markt platzieren und beweisen wie gut er ist. Der Wettbewerb ist dabei natürlich oft mehrere Schritte voraus und scheint uneinholbar zu sein. Die Global Player im Markt sind sicherlich auch kaum einzuholen für einen Onlineshop mit kleinem Werbebudget. Allerdings sind sie bestens dazu geeignet um sich Tipps und Anregungen zu holen. Die haben ihre Fehler nämlich oft schon begangen und viel Geld dafür bezahlt. Nutze also die Chance und lerne von den Anderen.
Analyse des Layouts
Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck! Natürlich gibt es auch Kunden, die trotz eines schlechten Eindrucks wieder zu einem Onlineshop zurückkehren, dann allerdings meistens aus anderen Gründen. Um ein passendes Layout für einen Onlineshop zu finden, ist eine genaue Analyse des Layouts ein extrem wichtiger Faktor. Dabei können Freunde und Bekannte (also potentielle Kunden) eine wichtige Rolle einnehmen.
- Sucht Euch 5 erfolgreiche Onlineshops Eures Wettbewerbes heraus
- Bittet Freunde und Bekannte einen Test für Euch zu machen (10 sollten reichen, wobei höchstens 4 davon Internetfreaks sein sollten)
- Lasst die Tester die Shops aufsuchen und das Layout bewerten (Schulnotenprinzip)
- Fragt die Tester was und warum ihnen am Layout besonders gefallen hat
- Analyse der Ergebnisse und eventuelle Berücksichtigung für Euer Layout
Analyse der Usability
Hat ein potentieller Kunde erst einmal den Shop erreicht und sich zum Stöbern entschieden, so ist es schon einmal die halbe Miete. Jetzt ist die Usability ein entscheidender Faktor. Auch hier gilt das selbe wie beim Layout, umfangreiche Tests sind das A und O. Die 5 Onlineshops sollten auch hier bewertet und genau analysiert werden. Am einfachsten geht es, wenn man den Testern ein paar klare Aufgaben stellt.
- Suche und finde Produkt X über die Navigation
- Suche und finde Produkt X über die Suchfunktion
- Wie hoch sind die Versandkosten und wie einfach waren sie zu finden?
- Wie gefällt die Produktvorstellung? (Bilder, Videos, Beschreibung, Layout, Struktur)
- Was sagen andere Kunden? Sind die Reviews extern oder durch den Shopbetreiber gesteuert?
- Wie sind die Lieferzeiten und sind sie sofort erkennbar?
- Wie einfach ist der Bestellvorgang? (Wieviele Klicks wurden dafür benötigt?)
Analyse der Shopsoftware
Die meisten werden sicherlich nicht das nötige Kapital haben um eine eigene Shopsoftware erstellen zu lassen. Wer auf fertige Lösungen zurückgreifen möchte, der sollte aber auch hier genau schauen welche die richtige Software für den eigenen Shop ist. Anbieter solcher Software gibt es im Netz ausreichend, durchgesetzt haben sich aber nur ein paar.
osCommerce
Auf die größte Community kann sicherlich diese Software zurückgreifen. 217.000 Onlineshops werden mit osCommerce betrieben und können auf mehr als 5.600 Addons zurückgreifen die von der Community erstellt worden sind. Diese Lösung ist kostenlos und lebt von der guten und schnellen Gemeinschaft. Kaum ein Problem das nicht schnell im Forum gelöst werden kann. Wer also auf ein gereiftes Projekt zurückgreifen möchte, der ist mit osCommerce schon einmal gut bedient. Der wichtigste Punkt bei dieser Software ist, dass ein Layout erstellt wird welches nicht im typischen osCommerce Stil erscheint. Den Fehler begehen nämlich die meisten und was ist schlimmer als noch so ein langweiliges Layout?
XT:Commerce
Auch diese Software gibt es als kostenlosen Download zu bekommen. Die Hersteller bieten zusätzlich eine identische Version an, die mit einem 12-monatigen Support unterstützt wird und kostet dann EUR 81,67 netto. Der Vorteil dieses Supports liegt darin, dass die im Forum gestellten Fragen dann auch vom Support beantwortet werden. Ansonsten muss man darauf hoffen, dass andere User die Fragen beantworten können. Grundsätzlich unterscheidet sich XT:Commerce nicht großartig von osCommerce, es wird halt nur professioneller betreut und gepflegt.
Magento
Der neue Stern am Shopsoftware Markt ist momentan Magento. Dieses Produkt wird immer beliebter und kann auf eine stark wachsende Community zurückgreifen. Wer heute schon für die Zukunft gerüstet sein will, der sollte sich Magento auf jeden Fall genauer ansehen. Allerdings reicht für diese Software dann ein PHP Basiswissen nicht mehr aus. Hier sollte man einen Programmierer an der Seite haben, der sich mit Magento auskennt.
In diesen beiden Artikeln wurden die jeweiligen Lösungen auch miteinander verglichen. Beide Links sind eine guter Ausgangspunkt um eine passende Wahl zu finden.
Analyse der Präsenz
Die meisten Shops haben nicht nur ihren eigenen Onlineshop. Sie sind auch noch auf weiteren Plattformen vertreten um bekannter zu werden und zusätzliche Kunden zu gewinnen. Auch hier ist eine gute Recherche eine wichtige Quelle. Viele der Shopbetreiber kennen sich sehr gut mit weiteren Einnahmequellen aus und gewinnen dadurch ständig neue Kunden. Die meisten ihrer externen Shopangebote finden sich auf ihrer eigenen Homepage wieder, andere findet man erst durch intensives Suchen. Natürlich gibt es diese externe Präsenz nicht kostenlos. Die meisten berechnen aber erst nach erfolgreichem Verkauf durch eine Provisoon. Hier ein paar Anregungen und Ausgangspunkte.
Gimmahot
Ein guter Start für den jungen Shopbetreiber ist Gimmahot sicherlich. Die Produkte die man dort anbietet lassen sich individuell konfigurieren. Am besten man bindet seine Produkte durch den automatischen Abruf der generierten CSV Datei ein. So werden nicht mehr erhältliche Artikel erst gar mehr weiter erscheinen und die Preise bleiben aktuell.
Dooyoo
Dieses Shoppingportal gibt es bereits sehr lange am Markt und kann auf eine große Anzahl an Bewertungen durch die User zurückgreifen. Auch hier kann der eine oder andere Neukunde begrüsst werden. Zusätzlich eignen sich solche Portale immer wieder gut zur Wettberwebsanalyse.
Hitmeister
Auch dieses Shoppingportal ist gute Adresse um seine Waren zusätzlich noch extern anzubieten. Hier ist eine aktive Community unterwegs, die zusätzliche Verkäufe generieren kann und Kunden zum eigenen Shop bringt.
Die Liste ließe sich noch unendlich weiterführen und könnte einen eigenen Blogpost füllen. Die Global Player in den Shoppingportalen sollte sicherlich jeder kennen. Ebay, Amazon und Google Products sollten auf jeden Fall in die Überlegungen mit einfließen. Allerdings sind diese Anbieter schon ein wenig schwieriger um erfolgreich dort tätig zu sein, dazu ist der Wettbewerb dort viel zu groß.
Liveshoppingportale
Nach wie vor spielt der Preis die größte Rolle im Onlineshopping. Wer in der Lage ist ein Produkt besonders günstig anzubieten, der sollte sich nicht scheuen, auf eines der vielen Liveshoppingportale zurückzugreifen. Anbieter gibt es davon nun wirklich. Ein guter Start sind sicherlich Preisbock oder Guut. Weitere Anbieter im Liveshopping findet man hier in einer guten Zusammenstellung.
Preisvergleiche
Diese Form der Werbung ist sicherlich eine der teuersten. Man zahlt als Shopbetreiber Geld dafür wenn ein potentieller Kunde auf den Link klickt. das Problem dabei ist aber, dass der Kunde eben nur dann klickt, wenn man der günstigste Anbieter ist. So wird es natürlich schnell zur kostenintensivsten Werbung. Der große Vorteil dieser Werbeform ist allerdings, dass es einen enormen Traffic auf die eigene Seite bringen kann. So kann die Bekanntheit sehr schnell nach oben schnellen. Tipps für den einen oder anderen Preisvergleich möchte ich hier nicht abgeben. Dazu spielen viel zu viele Faktoren eine Rolle. Das eine Produkt kann auf dem einen Portal hervorragend laufen und auf dem anderen gar nicht.
So, ich hoffe dass einige brauchbare Tipps für Euch dabei sind und freue mich auf Euer Feedback.
Rock on…
Der erfolgreiche Onlineshop – Analyse des Wettbewerbs
Montag, August 17th, 2009, 15:45Ähnliche Artikel
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Ein Artikel von










Sehr schöner Beitrag. Unser neuer Onlineshop steht kurz vor der Eröffnung und für uns war die Wettbewerbsanalyse eines der wichtigsten Themen in der Planungsphase.
Guten Tag.
Vielen Dank für Ihre Hinweise, aus denen ich einigen Honig saugen konnte.
Eine Kleinigkeit, die Ihrer Leser wissen sollten:
Habe mich bei Gimahhot angemeldet. Wurde abgelehnt, mein Angebot: Poster, Kalender, Grußkarten, etc. vorwiegende mit Engeldarstellungen. Zitat: “Ihre Produkte
momentan nicht zu dem Sortiment unserer Plattform passen. Es ist uns daher
leider nicht möglich, Sie derzeit als Verkäufer aufzunehmen.”
Kann man so oder so bewerten. Ich bewerte das “so”.
MfG
Hans B.
magento würde ich persönlich eher als Enterpriselösung einstufen. Dann schon eher xtc oder osc. Wobei ich Einsteigern eher zu einer Mietshoplösung raten würde. Kommt natürlich auf die Unternehemnsgröße und vor allem auf die Ziele des Händlers an.
Viele machen das nebenbei oder möchten erst langsam aufbauen. Da bleibt oft keine Zeit für Administration der Shop Software bzw. Aufbau der notwendigen Kenntnisse.
Einsteigern ohne Programmierkenntnissen und großem E-Commerce KnowHow empfiehle ich gerne Tradoria. Übernehmen z.B. die komplette Zahlungsabwicklung nebst Zahlungsrisiko.
Vielen Dank für diesen Artikel. Ein paar Tipps fand ich wirklich gut und werde es umgehend ausprobieren. Aus eigener Erfahrung kann ich XTC wirklich empfehlen …
In unserem Toner-Shop benutzen wir xt-commerce. Grundsätzlich in Ordnung. Es gibt eine große Community, die hilft und Tools zur Verfügung stellt. Allerdings sollte man bedenken, dass die Grundinstallation heutzutage nicht mehr ausreichend ist. Entweder man baut selber die Erweiterungen ein, oder – wenn man sich da nicht auskennt- läßt sie einbauen. Dann ist es auch vorbei mit umsonst. Einen großen Teil haben wir selber gemacht, aber nicht alles ließ sich alleine realisieren. Mit wachsender Modifikation wird die Sache komplexer. Wir haben inzwischen ein paar 100 Euro nachgeschoben, um den Shop an unsere Bedürfnisse anzupassen. Also das “Umsonst” ist realtiv.