Apr
19
2010

DSDS – Better change a Running System

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Ok, es mag sein, dass ich diesen Spruch irgendwie falsch wiedergegeben habe. Normalerweise sollte man ja schließlich ein funktionierendes System nicht ändern. Hier ist es allerdings dringend notwendig, etwas zu ändern und zwar an der Unterstützung für den Künstler.

Sobald die Freakshows Massencastings vorbei sind, ist DSDS so ziemlich das Belangloseste, was man sich im deutschen TV vorstellen kann. 15 mehr oder minder begabte Sänger(innen) werden zielgruppengenau ausgesucht und dann fein seziert in der Öffentlichkeit ausgebreitet. Man hat ja mittlerweile auch schon hinreichend Erfahrungen damit gesammelt, für welche Talente es die meisten Anrufe gibt. Nach Talent wird hier mit Sicherheit nicht ausgewählt, sondern viel mehr nach Allgemeintauglichkeit. Dabei können sich natürlich auch Gesangstalente darunter verstecken, Menowin Fröhlich und Mehrzad Marashi sind zwei passende Beispiele dafür.

Auffällig ist allerdings, dass am Ende der Staffel wieder einer dieser grausamen zielgruppenorientierten Bohlen Songs herauskommt. Ja, ich weiß Dieter, der Erfolg gibt Dir ja Recht. Nur ist nicht alles was Erfolg hat auch gleich gut. Wir reden hier nach wie vor von Kultur und diese Anforderungen kannst nun mal nicht erfüllen. Daran wird sich auch in Zukunft kaum etwas ändern, denn dazu gehst Du einfach zu wenig Risiko ein. Es kam wieder einer dieser Standard Finalsongs heraus, der am Ende durch massiven Chorgesang oder Streicher die Dramatik unterstreichen soll. Das ist nicht nur langweilig, sondern auch noch der Anfang vom Ende für jeden ernsthaften Künstler. Natürlich wird es auch dieses Mal wieder reichen, um einen Gold oder Platin Status zu erreichen, aber das würde man auch mit “Alle meine Entchen” schaffen. Bei dieser massiven PR Offensive kommen die Käufer gar nicht dran vorbei, den Song zu kaufen.

Damit sind wir auch schon bei den Leidtragenden, den Siegern. Sänger die jede Menge Feeling im Blut haben wie die beiden Finalisten, werden unter der Obhut von Bohlen niemals internationale Anerkennung bekommen. Ein Mark Medlock bringt jetzt das dritte (?) Album auf den Markt und präsentiert uns dabei gefühlt das erste zum dritten Mal. Wer etwas neues, kreatives erschaffen möchte, wer auf etwas seinen Stempel aufdrücken will, der braucht Freiräume und zwar jede Menge. Die scheint man den Talenten aber nicht geben zu wollen. Wer immer sie daran hindert, der braucht sich auch nicht über den mangelnden Erfolg aufregen.

Stefan Raab gehört zwar auch nicht gerade zu meinen Lieblingsproduzenten, allerdings macht er seinen Job um einiges besser. Diese junge, freche, frische Lena Meyer-Landrut hat genau das, was die Talente aus DSDS nie haben werden. Wahrscheinlich hätte der eine oder andere es vielleicht sogar, aber dann wird es eben weichgespült. Vielleicht ist es aber auch genau das Talent vom Herrn Raab. Er sucht und findet diese Ausnahmen, die keine Angst vor Misserfolgen haben oder etwas für die Masse produzieren. Da wird dann auch schon mal frech ein ganzes Album mit Metallica Covern gemacht. Nur so findet ein Künstler seinen eigenen Stil und dann, genau dann können wir wieder über Kultur reden.

Rock on…

DSDS – Better change a Running System


Montag, April 19th, 2010, 12:35


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