31
2010
Lena – Was DSDS daraus lernen kann, aber nicht wird
Castingshows gibt es mittlerweile für alles Mögliche. Jeder der ein wenig Talent besitzt, findet auch die passende Plattform dafür. Trotzdem gibt es natürlich auch dort große Unterschiede, so wie beim Casting von Lena Meyer-Landrut.
Ok, ich oute mich dann mal hiermit. Ich gehöre zu den Bekloppten Menschen, die sich tatsächlich Castingshows anschauen. Natürlich nicht jede und vor allem nicht bis zum Schluss, aber DSDS gehört bis zu einem gewissen Punkt dazu. Dieser Punkt ist dann meistens dann, wenn die Finalshows anfangen. Dort geht es dann so gut wie gar nicht mehr um das Talent der zukünftigen Künstler, sofern sie überhaupt welche sind. Mit beeindruckender Konstanz werden in solche Shows nämlich immer nur junge Menschen gewählt, die möglichst jeden Geschmack der potentiellen Anrufer abdecken. So finden sich immer wieder die üblichen andidaten dort wieder. Mindestens eine kurvenreiche Blondine, eine Brünette, eine Dunkelhäutige und das Gleiche noch mal als männliche Kandidaten. So sorgt man im Vorwege schon einmal für möglichst viele gewinnbringende Anrufe. Vorher sichert man sich per Vetrag noch einmal striktes Stillschweigen und schon steht einer erfolgreichen Show nichts mehr im Wege.
Das Konzept ging bisher natürlich auch sehr schön auf, die Zuschauerzahlen belegen das. Das Einzige was bisher nicht so richtig funktioniert ist der Erfolg der jeweiligen Supertstars. Ja, ich weiß was Ihr sagen wollt, Platin Schallplatten, Echo und der ganze Kram, wayne interessierts? Der einzige Bohlen-Schützling der dauerhaft erfolgreich verkauft, ist Mark Medlock. Der versteht es nämlich bisher am besten wie man mit Dieter Bohlen umgeht. Man sagt einfach zu allem Ja und Amen und verkauft dadurch erfolgreich jeden Scheiß seine Musik. Heute interessiert es anscheinend auch keinen mehr, ob die Musik dabei hochwertig ist, das Prinzip ist dabei sowieso jedes Jahr wiederkehrend. Zum Sommer wird irgendein belangloser Summer-Schunkel-Hit veröffentlicht oder ein La-La-La-Long Remake versucht.
Risiko geht man hier auf keinen Fall und eine eventuelle Entwicklung eines Künstlers wird von vorn herein im Keim erstickt. Aalglatt, weichgespült und komplett im Mainstream schwimmend erscheint jedes Jahr ein neuer Klon der Bohlen Zäpfchen DSDS Gewinner. Der NDR stand seit den letzten Misserfolgen allerdings schon komplett mit dem Rücken zur Wand und hatten mit einem neuen Konzept nichts mehr zu Verschlimmern. Großen Mut hat man dann auch mit der Personalie Stefan Raab bewiesen, der zum öffentlich rechtlichen Fernsehen so gut passt wie weiße Socken am Strand. Man hat aber erkannt, dass dieser Mann anscheinend den gewissen Blick für Talente hat und vor allem Mut besitzt. Ich bin auf jeden Fall der festen Überzeugung, dass Lena Meyer-Landrut niemals Sieger von DSDS geworden wäre. Sie hätte es wahrscheinlich noch nicht einmal in die Finalshows geschafft. Das ist wiederum das größte Glück für sie persönlich und für uns alle, denn nur so konnte sie das bleiben was sie ist. Man hat ihr alle Freiheiten gegeben und sich frei entfalten lassen. Nur so konnte sie uns mit ihrem natürlich Charme überschütten und uns um den Finger wickeln. Gib dem Künstler Freiheit und er wird etwas aus seinem Talent machen wenn er die Chance dazu bekommt. Dabei muss das Talent nicht immer zwingend der Gesang sein, ein Joe Cocker kann bis heute noch nicht wirklich gut singen.
Ich bin auf jeden Fall sehr sicher, dass diese junge Frau auf lange Zeit ihren Weg erfolgreich bestreiten wird. Ob es mit ihrem Gesang auf der Bühne ist oder als Moderatorin von “Wetten Dass” werden wir dann sehen. Alle anderen Sieger werden auch in den nächsten Jahren nicht über “Summer Love” Geseier hinauskommen, oder?
Rock on…
Lena – Was DSDS daraus lernen kann, aber nicht wird
Montag, Mai 31st, 2010, 13:21Ähnliche Artikel
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Ein Artikel von










Ohja, da glaube ich auch, dass bei der Lena Meier-Dingsda noch einiges drinsteckt. Ihr Song war schon recht toll.
Das Album hab ich mir noch nicht angehört, aber da kann schon was rauskommen.
Auf jeden Fall ist mir da der Raab schon sympathischer. Er lässt die Leute machen und schon gehts ab. Das war ja auch bei dem anderen Star von dem der Fall. Weiß grad nicht mehr, wie der heißt, aber auf jeden Fall hatte der auch Potenzial.
Alles gut gemacht.
So sehr man den Raab lobt, man muss immer auch sagen, dass er auch eine Riesenportion Glück hatte, dass 1. Lena sich beworben hat und 2. das Publikum sie gewählt hat.
Der Unterschied zu DSDS ist ausserdem, dass die Castingshow zum Ziel hatte, einen Star zu finden, der einen Wettbewerb gewinnen sollte – eine Folgeaktion hing also an.
Bei DSDS ist nur noch das Casting, die Show Thema, denn im nächsten Jahr sollen die Leute wieder schauen. Nennen wir es mal Instant-Star-Rummel. Schnell mit heißem Wasser, viel Rauch und Schmonz zubereitetes TV-Gesöff, dass kurz befriedigt, letztlich aber scheußlich schmeckt. Nach einem Jahr hat man das vergessen, wenn man mal wieder Kaffeedurst hat
Zu deinem Punkt das DSDS “Stars” den nachhaltigen Erfolg vermissen lassen:
Es stellt sich doch die Frage, ob dies ein Ziel eines solchen Formates ist? Wenn ein wirklicher Star aus so etwas geboren würde, stünden seine Nachfolger stets in seinem Schatten!
Ich Dir recht: Das Risiko der Künstler-entwicklung wird minimiert und durch massive Medienpräsenz kompensiert. Schade das dies funktioniert, ist aber leider so.
Übrigens zu Lena’s Chancen bei DSDS: http://tinyurl.com/y9jpubc
Ich hoffe die Musikindustrie konzentriert bald mal wieder eine ihrer Kernkompetenzen: Künstlerentdeckung und-entwicklung. Gerade bei Beteiligungen am Live- und Merchgeschäft sollte doch ein gewisses Interesse an Nachhaltigkeit gegeben sein. Die Musiker und Industrie sind nichts anderes als Geschäftspartner. Wenn beide Seiten sich das klar machen und sich entsprechend Verhalten, haben alle eine Zukunft und all diese öffentlichen Castings sind nicht mehr notwendig.
Interessante Antwort von Herrn Neumüller:
Das war mir bisher noch nicht bewusst. Ich muss meine Meinung von Talent wohl komplett neu überdenken.