Jan
31
2011

Ruhig Blogger, ruhig

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Alarmstufe Rot in Kleinbloggersdorf! Schleichwerbung ist unterwegs und dazu wird jetzt auch noch zu einem Boykott gegen unlautere SEO Buden aufgerufen.

Ich mag grundsätzlich erst einmal jedes Blog das ich lese. Auch den dazugehörigen Blogger mag ich, ansonsten würde ich ihn gar nicht lesen. Viele dieser Blogger genießen bei mir sogar größten Respekt aufgrund ihrer Leistungen oder Persönlichkeit. Mirko Lange ist z.B. einer dieser Blogger, denn seine Artikel sind grundsätzlich extrem lesenswert. Sein letzter Artikel gehört jetzt zwar nicht zu denen, die ich so unterschreiben würde, aber er veranlasst mich dann doch dazu meine persönlich Sicht hier darzustellen.

Mirko geht es hauptsächlich um die perfide Manipulation der Wirklichkeit. Er würde sogar gerne einen Feldzug gegen die unlauteren Methoden der SEO Industrie führen wollen, wenn er denn die Zeit hätte. Einfach ausgedrückt ist er extrem sauer auf die Methoden des Linkkaufes und die dadurch entstehende Manipulation der Suchergebnisse bei Google & Co.

Kampagne gegen schlechte SEO Dienstleister

Grundsätzlich kann ich dem erst einmal zustimmen, denn kaum jemand möchte, dass die Suchergebnisse nicht relevant sind. Wenn ich Mirko jetzt richtig verstanden habe, dann wünscht er sich SEO Dienstleister, die “clean” und aufrichtig Links aufbauen oder gar kaufen. Also im besten Falle natürlich gar keine Links kaufen, sondern ihr Hauptaugenmerk auf hochwertigen Inhalt legen. Ist dieser dann vorhanden, dann wäre dementsprechend sogar ein Linkkauf legitim?

Die erste Frage die sich dabei stellt ist natürlich: Wer entscheidet denn welcher Content hochwertig ist? Etwa der SEO Dienstleister oder gar der Kunde? Sicherlich weder noch, denn das entscheidet schlussendlich immer der Suchende und der ist wesentlich schlauer, als die meisten vermuten. Der baut seine Erfahrungen nämlich ständig aus und Google arbeitet ständig am Algorithmus um den Spam zu bekämpfen. Wie ist das Problem also dennoch zu lösen?

Moral ist das Zauberwort

Uns wird täglich aus allen Ecken gesagt, was gut oder schlecht ist. Genau das leistet Google auch bei den Suchergebnissen. Suchen wir jetzt dort z.B. nach dem Begriff Auto, dann werden wir auch keine guten Ergebnisse bekommen. Werden wir dann aber spezieller und geben z.B. Renault Megane kaufen ein, dann erhalten wir auch relevantere Ergebnisse für uns. Heißt, dass wir uns Gedanken machen müssen über das was wir tun.

Nun versuche ist das Problem mal im PR Bereich darzustellen. Hier gehört es doch wohl mit zu den Aufgaben Artikel und Pressemeldungen für Unternehmen zu schreiben, oder? Diese werden dann sicherlich kaum negativ geschrieben oder gar veröffentlicht und dann teilweise massiv im Web auf allen möglichen Plattformen verteilt. Dementsprechend lese ich dann auf diversen Portalen, dass Firma XYZ gerade 1 Million an bedürftige Kinder gespendet hat. Das Ziel ist hier doch wohl mehr als klar, oder? Man versucht hier meine Wahrnehmung im Bezug auf die Firma XYZ zu manipulieren, ansonsten bräuchte man es ja nicht als Pressemeldung herausgeben.

Es mag sein, dass beides vielleicht nicht 1:1 vergleichbar ist, aber bei beiden Beispielen ist die Motivation identisch. Hier fehlt nämlich die Moral und diese ist nicht nur den Dienstleistern abhanden gekommen. Wir Blogger reden darüber, dass Links als Werbung gekennzeichnet sein müssen, ansonsten ist es schließlich Schleichwerbung. Alles in Ordnung, denn auch mir fehlt öfter mal die entsprechende Transparenz. Nur sollten wir erst einmal bei unserer eigenen Transparenz beim stinknormalen Bloggen anfangen, erst dann können wir uns auch auskotzen über Andere beschweren.

Gleichbehandlung

Blogger ist eben nicht gleich Blogger, das erfahren sehr viele nicht gerade selten. Es gibt gerade unter den Bloggern eine große Anzahl, die ausschließlich auf die eigene Reputation bedacht ist. Hier wird manipuliert, dass die Schwarte kracht! Artikel auf einem B oder C Blog werden aufgegriffen und als eigene nach oben gepusht, das Netzwerk sorgt schon dafür. Auf den ursprünglichen Artikel wird natürlich nicht verlinkt, ansonsten würde man ja seine Quellen preisgeben.

Von Moral brauchen wir hier erst gar nicht zu sprechen, denn die scheint gar nicht vorhanden zu sein. Die in großer Anzahl vorhanden SEO Blogs ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass auf diese vorrangig von anderen SEO Blogs verlinkt wird? Das hat jetzt nicht nur den Grund, dass dort eine Community vorhanden ist die sich auch gegenseitig stützt. Der andere Grund ist nämlich, dass ordentliche Blogger sich damit outen würden, tatsächlich SEO Blogs zu lesen und dort ihr Fachwissen anlesen.

Ich persönlich weiß sogar aus eigener Erfahrung, dass das Wort SEO in einem Blog sehr schädlich sein kann. Schreibe ich einen Artikel aus dem SEO Bereich, dann wird er (sofern er was taugt) hauptsächlich von der SEO Szene retweetet, obwohl die Aufrufe eine ganz andere Sprache sprechen. Ein aktuelles Beispiel dazu habe ich dann auch noch. Der Artikel über Facebook SEO wurde sehr oft aufgerufen und wird es noch. Getweetet wird er allerdings eher selten, schließlich ist es noch böser über Facebook SEO zu sprechen, als über SEO selbst. Das darin vorgestellte Video über den Facebook Edgerank wird aber in jedem zweiten Social Media Fachblog gepostet und nirgends auf die Quelle verlinkt! Darüber rege ich mich mittlerweile schon gar nicht mehr auf, daran habe ich mich schon gewöhnt.

Just my 2 Cents

Bevor wir also versuchen etwas gegen die Manipulation von Suchmaschinen zu unternehmen, sollten wir an uns selbst arbeiten. Wir sind es die eine sehr große Macht bei den Suchmaschinen und bei den Lesern haben. Unseren Meinungen vertrauen die Leser unserer Blogs. Das gilt aber für die Nennung der Originalquelle genauso wie für die Kennzeichnung von Werbung. Denn das Verschweigen von Quellen manipuliert mindestens genauso die Suchergebnisse.

Rock on…

Ruhig Blogger, ruhig


Montag, Januar 31st, 2011, 09:30