Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich!
Und ich dachte immer mich könnte nichts mehr überraschen. Da rumpelt es doch tatsächlich mal so richtig in der Bloggerszene und das nicht zu knapp. Basic Thinking rechtferkelt sich und das aus gutem Grund.
Die Nummer mit dem RSS Feed von Basic Thinking fing ja nun schon ein paar Tage früher an. Ich gehöre zwar eher zu den sporadischen Lesern dieses Blogs, jedoch lese ich den einen oder anderen Artikel sehr gerne. Dadurch, dass ich alles per Google Reader lese, ist die Kürzung des RSS Feeds für mich tatsächlich sehr störend. Mich wundert allerdings nicht, dass man nun auch mal ein paar Euro damit einnehmen möchte. Ganz im Gegenteil, ich halte das für längst überfällig. Wer gute Arbeit macht, der darf auch gerne etwas damit verdienen, gerne auch so viel wie möglich. Nun haben sich anscheinend viele Stammleser von Basic Thinking über die Kürzung des RSS Feeds beschwert.
Diese Tatsache ist an sich gar nicht so schlimm. Schlimm ist meiner Meinung nach nur, dass sie auch noch meinen, sich beschweren zu dürfen! Ich finde, dass man vielleicht gerne mal einen Kommentar abgeben darf wie schade man es findet, aber beschweren? Jeder der Leser bekommt kostenlos wertvollen Content geliefert, fein recherchiert und wohl formuliert. Aufgrund dieser Tatsache wäre es vielleicht ganz angebracht, diesen kleinen Nachteil eventuell in Kauf zu nehmen. Aber das ist für den einen oder anderen dann wohl zu viel verlangt, da sind Beschimpfungen dann eher die Wahl des Ausdrucks.
Nun hat Basic Thinking als Reaktion auf diese Beschimpfungen ein wenig Frust abgelassen. Genau hier wurde das Blog für mich um einiges interessanter. Nicht das wir uns falsch verstehen, ich respektiere und schätze dieses Blog. Ich verneige mich sogar voller Hochachtung vor dieser Arbeit. Es ist zwar wie gesagt nicht unbedingt mein erstes Ziel beim morgendlichen lesen, aber das liegt eher an den Themen, die eben oft auch nicht meine sind. Interessant wurde bei diesem besagten Artikel das Blog an diesem Tag, weil ich Leben entdeckt habe. Da sind doch tatsächlich Menschen dahinter, die Emotionen haben, die sich mit meinen decken. Vorher kamen mir die Schreiber hinter den Artikeln immer unnahbar vor. Sie machten den Eindruck, als wären sie in einer anderen Blogszene unterwegs als ich.
Über die negativen Reaktionen bin ich dann allerdings wenig verwundert. Wir befinden uns halt auf dem besten Wege den Egoismus gesellschaftsfähig zu machen, vielleicht ist er sogar schon längst. Selbst die Werbung unterstützt das Ganze mittlerweile mit Sprüchen wie:
Unterm Strich zähl ich!
Wir sind täglich im Netz unterwegs und suchen in Preisvergleichen den günstigsten Preis. Dann gehen wir ins Fachgeschäft und beschweren uns über die mangelnde fachliche Beratung. Haben wir dann doch halbwegs eine bekommen, dann bestellen wir natürlich online beim billigsten Anbieter. Den Handwerker suchen wir uns natürlich über MyHammer aus und reklamieren danach die nicht fachgerechte Arbeit. Bei Ebay ersteigern wir 2 Paar neue Jeans für EUR 2,74 und geben eine negative Bewertung wegen 5 Euro Versandkosten ab.
Ich könnte noch tausende von Beispielen nennen und alle tun genauso weh. Blogger wie Basic Thinking brauchen auch keine Dankbarkeit, auch wenn sie sicherlich angebracht wäre. Sie brauchen Respekt und Anerkennung und die zeigt man nicht, indem man sich über Werbung oder gekürzte RSS Feeds aufregt.
In diesem Sinne – Rock on…
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Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich!: Und ich dachte immer mich könnte nichts mehr überraschen. D… http://bit.ly/9ePMV9 #SocialMedia
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Frisch gebloggt: Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! http://goo.gl/fb/U7pE (via @Printmonster)
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Social Egoismus – unterm Strich zähl ich! Guter Artikel: http://bit.ly/aJ7S7y #basicthinking #blog #gratiskultur
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dem ist nichts mehr hinzuzufügen..vollkommen richtig
leider sind wirklich so tief gesunken. In meinem Forum erlebe ich genau diese Freibier-Mentalität jeden Tag.
Toller Bericht und absolut treffend.
cu
logofreax
Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! | Social Media Marketing … http://bit.ly/bG8jPH #SMO
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Kann Dir hier auch nur voll und ganz zustimmen.
Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! http://bit.ly/b9LvBE
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Dieser Meinung schließe ich mich an: Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! – http://bit.ly/aJ7S7y
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Es zeigt sich damit auch die Beliebigkeit von Kommunikation. Es zählt mehr die Masse an Informationen, die ohnehin nicht mehr aufzunehmen ist, als echte Qualität. Die wird weder wertgeschätzt, noch als solche wahrgenommen.
Content is king in Social Media? Theoretisch schon, aber die Masse der Leser hat das noch nicht kapiert.
Hi Stefan,
besten Dank für den Support!
André
Aber gerne doch. Wenn wir Blogger uns nicht unterstützen, wer dann?
[...] Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! Die Kostenlos Kultur könnte im totalen Egoismus gipfeln, kann ich so [...]
Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! http://is.gd/9YMcF
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Und ich dachte, dass zumindest die Leser von BasicThinking das Prinzip des Netzes verstanden haben. Scheinbar nicht. Woher sollen denn die ganzen Inhalte kommen.. wenn nicht Leute dafür bezahlt werden. Aus Spass an der Freude machen es ja viele, aber man muss doch auch verstehnen, dass andere die Butter auf’s Brot wollen.
Ich bin sogar der Meinung, dass es egal ist ob jemand mit dem Bloggen Geld verdienen möchte oder nicht. Wenn dieser Blogger wertvolle Inhalte liefert, die ich gerne lese, dann spricht nichts dagegen, dass dort Werbung läuft.
Guter Beitrag, der die Aspekte sehr treffen beschreibt. Vielen Dank auch dafür, das Thema “Social Egoismus” aufzudecken, welches noch an vielen anderen Stellen anzutreffen ist…
Ist das so? Lese: Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! | Social Media Marketing, SEO Blues & Rock ‘n’ Roll http://ff.im/-hc32l
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[...] anderen finden den Schritt zu gekürzten Feeds ok und prangern den Egoismus der Ersteren an, die auf der Kultur des Kostenlosen beharren und immer nur nehmen, aber nichts geben wollen. Wo [...]
RSS Feeds…
Im Webwriting Magazin und anderswo läuft grad eine wilde Diskussion, weil Basic Thinking grad den RSS-Feed gekürzt hat, um das Blog besser zu monetarisieren – es gibt nur noch Anreißer per RSS und für den Volltext muß man den Artikel klicken. Das …
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Etwas, was mich an Buzz stört, ist genau dieser Umstand, das teilweise da nun die kompletten Beiträge aus dem Ursprungsrahmen rausgelöst komplett erscheinen. Ich habe ja nie spezielle Reader genutzt, deswegen kannte ich das bis dahin gar nicht.
Jemand (Stefan) meinte mal, das genau das Web 2.0 eben auch bedeutet: Inhalt losgelöst vom Ort. Mir behagt das aus eher persönlichen Gründen nicht, aber eben auch, weil ich wenigstens Aufmerksamkeit “bezahlen” möchte, daß ist für mich das mindeste.
Buzz (als Beispiel, das ich so eben nur kenne) in seiner aktuellen Version zeigt jetzt schon deutlich, das es nicht mehr auf Anhieb erkennbar ist, wer den Inhalt produziert hat und in welchem “Produzentenrahmen” das ganze stattfand.
Das mag technisch schick und toll und fluffig für die Information sein wie sie da hin und her durchs Netz geschossen wird, aber zwischenmenschlich find ich das suboptimal. Und ich persönlich auch sehr schlecht von der Möglichkeit einer weiteren Einordnung eines Textes über seinen eigentlichen Inhalt hinaus. Dazu brauch ich zumindest den Rahmen, in dem ein Text erschienen ist. Ich brauch den hauch einer Chance, den menschen hinter dem Text einordnen zu können, und sei es durch weitere seiner Texte, seiner Umgebung, in dem er Texte publiziert etc..
Die Aufmerksamkeit (oder eben: den Lohn, egal welcher Art, Aufmerksamkeit, Werbungsgeld, Kommentare) bekommt immer mehr der Weiterversender, nicht der Ersteller. Und alles fragmentiert noch mehr.
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Chräcker, du sprichst mir aus der Seele!
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@Chräcker: Du hast durchaus Recht. Es wird immer schwieriger zu erkennen, wer wo was veröffentlicht hat.
Gerade wenn wertvolle Inhalte von B oder C Bloggern verfasst werden und es von einem “Social Web Prominenten” aufgearbeitet neu gepostet wird bekommt der meist den Hype ab.
Das ist allerdings nicht gerade neu und ist ebenso eine Frage der Einstellung.
Auch der Ideenklau ist eine Frage der Einstellung und gehört ebenso zu dem besagten Social Egoismus.
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Ich merke nur immer mehr, wie gerade Teile der Netzgemeinde (verzeiht diese auch etwas hohle verallgemeinende Etikettierung) vieles, was passiert, mit dem Zwang der Technik begründen.
Wenn man fragt, warum dieses oder jenes so gemacht wird, weil ich es eigentlich anders zwischenmenschlich besser fände, heißt es nicht selten: das ist der Weg des Netzes, so ist das eben. “ich mach das nicht, das macht die Software”
Die grundsätzlichen Überlegungen, wie wir miteinander umgehen wollen und wie wir den anderen honorieren wollen, wird schnell beendet (wenn überhaupt angefangen) und es sinkt auf die technischen angeblichen Notwendigkeiten ab. “Das ist heute eben so, die Technik erlaubt dieses und jenes, da kann man anderes jetzt nicht wollen oder zur Diskussion bringen”
Meine Überlegung zu Eigentum oder zur honoration soll sich nun dem Stand der Technik anpassen.
Ich gebe zu, da zucke ich pawlisch etwas. Bei meinen “Tätigkeiten” im Bereich Computer wurde mir schon immer jahrelang von “Fachleuten” gesagt, was alles eben nun mal “basta” nicht ginge.
Jetzt soll ich mein ethisches Gefühl auch schnellsten dem Stand der Technik anpassen?
Genau so empfinden viele Leute da draussen. Und ich hier auch bei diesen Überlegungen, ob man Texte nun rausgelöst aus ihrem Rahmen herumschiessen soll, nur weil es eben geht und einzelne es so bequem finden.
Da bleib ich wenigstens eine kleine Weile noch sperrig, bis mein (nicht juristisch gesehen) Rechtsempfinden nach gekommen ist.
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Hallo zusammen,
habe dieses Blog erst durch die Diskussion entdeckt, hat sich also schonmal gelohnt
Ich glaube das Problem ist immer noch die Anonymität, es ist ganz einfach auf BT zu schreiben das alles Arschlöcher sind und man denen keinen Cent gönnt. Im schlimmsten Fall legt man sich eine neue E-Mailadresse zu, Fall erledigt.
Das die jüngeren unter uns das Web als kostenlosen SB-Laden sehen hat man ja auch jüngst bei einer Autorin gesehen, dort fanden das aber alle auf einmal dreist (was es natürlich auch ist).
Ich denke das sich das “Web 2.0″ noch immer in der Entwicklung befindet und es noch lange dauert bis die geschaffenen Inhalte einen angemessenen Wert erhalten.
Solche Diskussionen tragen aber sicherlich dazu bei.
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Ich kann den Artikel vom ersten bis zum letzten Wort unterschreiben. Natürlich ist es schade, wenn der Feed gekürzt wird, aber wer derart gute Artikel ins Netz stellt, darf auch mit Recht erwarten, dass dabei auch ausreichend Geld rein kommt. Immerhin kostet es auch Zeit, zu recherchieren und zu formulieren, da sollte man als Leser schon Verständnis haben und auch einmal daran denken, dass hinter dem Blog Menschen stehen, die vielleicht auch nicht gerade umsonst arbeiten wollen.
Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! http://bit.ly/b9LvBE
Schönen Sonntag! Was immer ihr gerade macht…
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Social Egoismus – Unterm Strich zähl ich! http://bit.ly/crH4t1 RT @Printmonster
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Ich denke nicht, dass deine Schlussfolgerung ganz so richtig ist. Im Netz ist zusammengerückt, was vorher nur in großen aber wohl wenig bedeutenden Worten wie Volk, Bewegung, Glaube oder Solidarität zusammen zu denken war. heute kommunizieren all diese sich weit entfernten menschen auf verschiedene Arten miteinander. Und daher ist es eine neue Situation. So weit gehe ich mit und dass hier nicht eins zu ein die alten Kommunikationsregeln angewandt werden können, gebe ich dir auch zu. Aber schon in einem Dorf finde ich es mehr als nervig, jeden grüßen zu müssen, mit jedem über das Wetter reden zu müssen. Danke, Bitte und Guten Tag gehen ja noch, aber ich halte es weniger für Ausdruck von Konsumverhalten, anonym einkaufen gehen zu können, oder Informationen erhalten zu können, als Ausdruck von Selektivität, die Teil meiner Menschlichkeit ist. Ich kann nicht mit jedem gut Freund sein und muss mich nicht mit jedem gut verstehen und unterhalten, nur weil er auch ein mensch ist, denn dann fehlt mir die Zeit für die Menschen, die ich liebe und schätze und mir ausgewählt habe als die, die mir nah sind.
Wie viele gute Freunde kann man nebeneinander haben ohne dass es flach wird und selbst Freundschaft zum Rauschen?
Ich will also nicht sagen, dass ich deinen Schluss gar nicht nachvollziehen kann, aber ihn einzig in die Konsumwahnecke zu stellen, kann ich nicht nachvollziehen. Distanz ist nicht immer Ausdruck von Kälte, sondern kann eben auch Wärme hindeuten, die sich nicht auf alles und jeden ausdehnt und so wieder kalt wird. Ich mag nicht jeden und müsste ich dies tun, wäre mir das Leben nicht mehr sonderlich lebenswert. Nähe hat ihre Grenzen und das sowohl im Supermarkt, als auch in der Blogosphäre.
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