Mrz
24
2009

Auszeichnungen für Schriftdesigner

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Typographie gehört in der heutigen Zeit wohl zu einer eher wenig beachteten Kunstform. Im Webdesign wird auf Standard Schriften zurück gegriffen und für Layouts oft kostenlose Fonts verwendet. Dennoch gibt es immer noch wahre Künstler die ihr Handwerk verstehen. Zwei davon wurden gerade mit einem internationalen Preis ausgezeichnet.

Als Blogger gibt es immer häufiger Firmen, Privatleute und auch Agenturen die um einen Artikel bitten. Oft halte ich diese Anfragen zwar für legitim, aber selten für interessant. Manchmal ist mir diese Bitte sogar zu dreist, wenn man eine kostenlose Leistung haben möchte.

Das Portal Veer hat allerdings einen Grund gehabt meinen Blog anzuschreiben. Wahrscheinlich lieferten der eine oder andere Artikel über Fonts den Ausschlag dazu. Also habe ich mir die Pressemitteilung genau durchgelesen und möchte nun gerne darüber berichten.

Veer vereint wohl verschiedene Künstler mit unterschiedlichen Kunstrichtungen. Fotografen, Illustratoren und Schriftendesigner können hier ihre Kreationen vorstellen und verkaufen. Wer einen Blick auf diese sehr interessante Webseite riskiert, der wird durchaus belohnt. Eine geballte Ladung an Kreativität ist auf diesem Portal zu finden. Ich schweife allerdings schon wieder vom Thema ab, es geht um etwas ganz anderes.

Veer hat zwei Schriftendesigner in ihren Reihen die sich unter 126 Wettbewerbern mit ihren neu entworfenen Fonts durchsetzen konnte. Aus 26 Ländern haben die unterschiedlichsten Fontdesigner ihre Werke eingesandt und dem kritischen Auge anerkannter Fachleute vorgelegt. Hier die beiden Gewinner Fonts und ihre Künstler.

Montague, eine fröhliche, moderne kalligrafische Schrift  von Stephen Rapp basiert auf Buchstaben, die mit einem Zobelpinsel auf glattem Pergament geschrieben wurden. Die OpenType-Schriftart enthält zahlreiche kontextuelle Zeichenvariationen für fließende Übergänge sowie schwungvolle Zierbuchstaben für einen kunstvolleren Look auf Produktverpackungen, Postern oder in Display- Überschriften.

montague-script-font

Der romantische, dekorative Scriptfont „Adios“ ist einer der bislang anspruchsvollsten und technisch ausgefeiltesten Fonts von Alejandro Paul. Als Inspiration dienten Designs in Lettering Guides der 40er Jahre, doch stellt „Adios“ eine Weiterentwicklung dar, die durch eine riesige Palette kunstvoller Zierbuchstaben ins 21. Jahrhundert befördert wird. Allein das kleine „h“ bietet 43 Variationen. Hunderte dekorativer Oberlängen und Unterlängen schaffen ein wundervolles Zusammenspiel aus Typenanschlägen und - verbindungen und verhindern gleichzeitig Überschneidungen. Der Adios-Scriptfont bietet insgesamt mehr als 1.300 Zeichen im OpenType-Format.

adios-script-font

Natürlich ist es gerade in der heutigen Zeit wohl besonders schwierig mit dieser Kreativität Geld zu verdienen, zumindest im Internet. Hunderttausende von Fonts werden kostenlos angeboten und es kommen immer neue auf den Markt. Einen schönen Font zu designen wie die beiden obigen ist aber dennoch aller Ehren wert und sollte unterstützt werden.

Herzlichen Glückwunsch den beiden Designern.

Rock on…

Auszeichnungen für Schriftdesigner


Dienstag, März 24th, 2009, 11:18