Jun
29
2009

Gema lieber üben liebe Gema

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Und täglich grüsst das Murmeltier, war mein erster Gedanke bei den letzten Nachrichten in meinen Feedreader. Die Gema glaubt, dass eine Gebührenerhöhung von knapp 600 % dafür sorgen kann, dass die verloren gegangenen Erträge zurück geholt werden können. Wie soll aber eine derartige Preissteigerung dazu beitragen, dass es allen in Zukunft besser geht?

Preissteigerungen haben vor allem einen grossen Vorteil. Man nimmt mehr Geld ein und kann mehr Geld an die Aktionäre oder Mitglieder verteilen. Vergessen wird dabei aber wie so oft, dass der zahlende Kunde auch dazu bereit sein muss mehr Geld für die selbe Leistung bezahlen zu wollen. Warum sollten die Konzertbesucher aber dazu bereit sein? Weil die Leistung, also die Musik qualitativ besser geworden ist? Wohl kaum, schliesslich werden genau die, nämlich die kleinen Amateure, mit dieser Regelung bestraft.

Eine Band wird durch diese Gebührenerhöhung nämlich folgendes Problem haben. Sie werden ihre Kreativität kaum noch live präsentieren können, weil die Veranstalter es sich nicht mehr leisten können die Gema Gebühren zu bezahlen. Wenn die Künstler dann doch einen Veranstalter finden, der bereit ist sie auftreten zu lassen, dann tritt das nächste Problem auf. Die erhöhten Kosten werden kaum die Konzertbesucher bezahlen wollen, also trägt der Künstler diese Kosten. Irgendwann wird sich der Künstler die Frage stellen, ob sich der Aufwand überhaupt noch lohnt. Das Resultat liegt auf der Hand. Die Künstler werden weniger Auftritte haben, ihr Hauptaugenmerk wird noch kommerzieller werden und die Qualität wird noch schlechter werden.

Genau das Gegenteil wäre also der richtige Weg? Meiner Meinung nach ja. Erst wenn die Qualität besser wird hat man ein Argument für höhere Preise. Bekommt ein Kunde eine bessere Leistung, dann ist er meistens auch bereit mehr zu zahlen. Ob dann ein Livekonzert über 100,00 Euro kosten darf ist eine ganz andere Frage. Bei anderen Massenveranstaltungen ist das Problem schon längst erkannt und teilweise auch effektiv gelöst worden. Ein Fussballspiel kostet z.B. je nach Platz ab 20,00 und ist nach oben hin offen. Wer eine bessere Sicht haben will, der zahlt auch dafür. Bei einem Livekonzert ist der Preis meist gleich und man muss das Event schon Stunden vorher aufsuchen um näher am Künstler zu sein. Um das Problem der Musikindustrie und der Gema zu lösen, sollte das ganze System komplett in Frage gestellt werden. Zusätzlich wäre ein neues Konzept dringend von Nöten und dieses mal vielleicht sogar mit dem Internet, geschlafen wurde ja nun lange genug.

Interessant wäre auch zu wissen, was passieren würde wenn jeder Künstler wählen könnte ob er in der Gema ist oder nicht. Vielleicht würde das Problem so von selbst gelöst werden? Ein Monopol wird niemals den klaren Blick für das richtige Handeln besitzen, schon gar nicht wenn es sich selbst regelt.

Ein erster Ansatz ist die Online Petition, die von Monika Bestle gestartet wurde. Geschrieben wurde zwar schon hier und hier darüber, Stimmen werden aber immer noch so viele wie irgend möglich gebraucht. Was sagt Ihr, seid Ihr auch dabei und tragt Euch ein?

Rock on…

Gema lieber üben liebe Gema


Montag, Juni 29th, 2009, 08:46


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