Aug
19
2010

Woran erkennt man eigentlich einen guten Social Media Berater?

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Tja, diese Frage werden sich in den letzten Monaten wohl so einige Verantwortliche in den Unternehmen gefragt haben. Antworten wurden dabei sicherlich weniger gefunden, dafür wurde die Unsicherheit umso größer.

Das Netz ist nicht nur voll von Social Media Experten, es gibt davon definitiv viel zu viele. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass ein großer Teil davon wirklich nicht weiß, was es tut. Erfolgreich sind die ganzen Social Media Gurus im Moment nämlich vor allem beim Ausrufen des Honorars. Die zweite Sache die sie besonders gut können ist sich und ihr virtuelles Produkt zu verkaufen, wobei dieses dann meistens sogar noch richtig schlecht ist.

Verständlich also, dass die Unternehmen momentan überhaupt nicht wissen wem sie trauen können und wem nicht, schließlich nervt dieses Thema schon die meisten. Gerade deshalb ist es längst überfällig einmal über dieses Thema zu reden und zu hinterfragen wie man denn am besten einen guten Social Media Berater findet.

Wie gut ist der Berater im Social Media ?

Meiner Meinung nach ist das schon einer der wichtigsten Indikatoren um den Profi zu überprüfen. Dabei empfehle ich immer gerne Klout, denn dieses Tool liefert einfach jede Menge wertvoller Informationen und liefert einen guten Einblick über den Einfluss der Twitter Accounts. Kommt ein Berater mit mehreren tausend Followern bei Twitter daher, dann sagt eine entsprechende Analyse mit dem Tool viel mehr aus. Nicht selten wird dabei so einiges deutlich. So kann man sehr schnell erkennen, wem auch wirklich zugehört wird. Besser er hat weniger Follower, dafür hört man ihm auch wirklich zu.

Bei Facebook kann man sich natürlich ebenso ein gutes Bild über die eigene Arbeit des Beraters machen. Leere oder verwaiste Fanpages werfen kein gutes Licht auf den Dienstleister. Ein kleiner Test kann hierbei äußerst hilfreich sein. Einfach mal dem Berater folgen und ihn ansprechen. Antwortet er gar nicht oder sehr spät, dann wäre das schon mal ein wichtiger Grund ihn nicht zu nehmen.

Wie social ist der Berater selbst?

Für mich ist auch das ein wichtiger Aspekt. Das Web 2.0 oder eben Social Media lebt vor allem von der Kommunikation und dem bereitstellen bzw. verteilen von Informationen. Wer selbst nicht gewillt ist seine Informationen zu teilen der hat das Prinzip nicht begriffen.

Wer selbst immer noch nicht sein Wissen teilt und auf Wettbewerber grundsätzlich nicht verweist, der sollte auf keinen Fall Firmen raten Social Media zu machen.

Ein Blog ist ein Muss, ohne Wenn und Aber

Ja, das ist meine feste Überzeugung. Blogs sind im Social Media ein extrem wichtiger Bestandteil. Hier werden wichtige Informationen dauerhaft öffentlich und verhelfen neben einem besseren Rankings in den Suchmaschinen, noch zu einer direkten Kommunikation mit dem Kunden. Wie man einen Blog erfolgreich betreibt ist sowieso das Mindeste was so ein Berater leisten sollte. Lernen kann jeder das im Internet sehr schnell. Peer und Jasmina sind für dieses Thema bestens gerüstet und ihre Blogs sind prall gefüllt mit wertvollen Informationen um erfolgreich zu bloggen.

Betreibt der Berater selbst keinen Blog, dann fehlt ihm grundsätzlich ein sehr wichtiger Baustein. Durch Hören und Lesen von Blogs erlangt man nicht das nötige Wissen, man lernt die Blogger nicht kennen. Schlimmer noch, man kann sie nicht richtig einschätzen und wird schneller auf die Fresse bekommen den Boden der Tatsachen zurück geholt, als man einen Tweet absendet.

Analysen, Kampagnen und Konzepte

Die Analyse ist der ständige Begleiter des Beraters und sollte nicht nur beim ersten Gespräch mit dem Kunden passieren. Ist natürlich vollkommen klar, aber selbst das habe ich schon ganz anders erlebt. Bevor durch das Gespräch mit dem Kunden eine Analyse erstellt wird, erwarte ich eine Online Analyse ohne den Kunden. Bunte Grafiken mit Erfolgszahlen sind schön, beeindrucken aber immer nur die Unwissenden.

Social Media kann meiner Meinung nach niemals eine Kampagne sein. Entweder sie geht in Fleisch und Blut über, oder man sollte es sein lassen. Kampagnen sind kurzfristig und können nie dauerhaft wirken.

Der Social Media Experte kommt mit einem fertigen Konzept zum ersten Gespräch? Dafür gibt es nur eine logische Erklärung, nämlich Inkompetenz. Ohne den Betrieb kennengelernt zu haben, und damit meine ich sogar intensiv, kann ein Konzept nur schlecht sein. Also Hand schütteln und Rausschmeißen!

Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen

Dafür müsste ich jetzt wohl 5,- Euro ins Phrasenschwein werfen, gilt aber auch heute noch. Da kommt so ein Berater ins Haus und hat gerade sein Studium hinter sich? Wahrscheinlich hat er bisher noch nicht mal einen Betrieb von innen kennengelernt? Es gibt durchaus einige, junge Berater die einen richtig guten Job machen. Die haben allerdings dann schon meist ein paar Jahre Social Media Erfahrungen hinter sich und wissen wovon sie reden.

Referenzen sind natürlich ein wichtiger Aspekt. Ich habe allerdings schon viele Referenzen überprüft die gar keine waren. Auch lasse ich mich nicht mehr von großen Namen blenden. Mit großem Budget etwas zu erreichen ist wesentlich einfacher, als mit schmalem Budget Aufsehen zu erregen.

So, das war es dann auch schon von meiner Seite aus. Wie seht Ihr das Thema denn? Hab ich mal wieder völlig übertrieben, oder seht Ihr das Ganze ähnlich?

Rock on…

Woran erkennt man eigentlich einen guten Social Media Berater?


Donnerstag, August 19th, 2010, 13:04