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2010
Woran erkennt man eigentlich einen guten Social Media Berater?
Tja, diese Frage werden sich in den letzten Monaten wohl so einige Verantwortliche in den Unternehmen gefragt haben. Antworten wurden dabei sicherlich weniger gefunden, dafür wurde die Unsicherheit umso größer.
Das Netz ist nicht nur voll von Social Media Experten, es gibt davon definitiv viel zu viele. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass ein großer Teil davon wirklich nicht weiß, was es tut. Erfolgreich sind die ganzen Social Media Gurus im Moment nämlich vor allem beim Ausrufen des Honorars. Die zweite Sache die sie besonders gut können ist sich und ihr virtuelles Produkt zu verkaufen, wobei dieses dann meistens sogar noch richtig schlecht ist.
Verständlich also, dass die Unternehmen momentan überhaupt nicht wissen wem sie trauen können und wem nicht, schließlich nervt dieses Thema schon die meisten. Gerade deshalb ist es längst überfällig einmal über dieses Thema zu reden und zu hinterfragen wie man denn am besten einen guten Social Media Berater findet.
Wie gut ist der Berater im Social Media ?
Meiner Meinung nach ist das schon einer der wichtigsten Indikatoren um den Profi zu überprüfen. Dabei empfehle ich immer gerne Klout, denn dieses Tool liefert einfach jede Menge wertvoller Informationen und liefert einen guten Einblick über den Einfluss der Twitter Accounts. Kommt ein Berater mit mehreren tausend Followern bei Twitter daher, dann sagt eine entsprechende Analyse mit dem Tool viel mehr aus. Nicht selten wird dabei so einiges deutlich. So kann man sehr schnell erkennen, wem auch wirklich zugehört wird. Besser er hat weniger Follower, dafür hört man ihm auch wirklich zu.
Bei Facebook kann man sich natürlich ebenso ein gutes Bild über die eigene Arbeit des Beraters machen. Leere oder verwaiste Fanpages werfen kein gutes Licht auf den Dienstleister. Ein kleiner Test kann hierbei äußerst hilfreich sein. Einfach mal dem Berater folgen und ihn ansprechen. Antwortet er gar nicht oder sehr spät, dann wäre das schon mal ein wichtiger Grund ihn nicht zu nehmen.
Wie social ist der Berater selbst?
Für mich ist auch das ein wichtiger Aspekt. Das Web 2.0 oder eben Social Media lebt vor allem von der Kommunikation und dem bereitstellen bzw. verteilen von Informationen. Wer selbst nicht gewillt ist seine Informationen zu teilen der hat das Prinzip nicht begriffen.
Wer selbst immer noch nicht sein Wissen teilt und auf Wettbewerber grundsätzlich nicht verweist, der sollte auf keinen Fall Firmen raten Social Media zu machen.
Ein Blog ist ein Muss, ohne Wenn und Aber
Ja, das ist meine feste Überzeugung. Blogs sind im Social Media ein extrem wichtiger Bestandteil. Hier werden wichtige Informationen dauerhaft öffentlich und verhelfen neben einem besseren Rankings in den Suchmaschinen, noch zu einer direkten Kommunikation mit dem Kunden. Wie man einen Blog erfolgreich betreibt ist sowieso das Mindeste was so ein Berater leisten sollte. Lernen kann jeder das im Internet sehr schnell. Peer und Jasmina sind für dieses Thema bestens gerüstet und ihre Blogs sind prall gefüllt mit wertvollen Informationen um erfolgreich zu bloggen.
Betreibt der Berater selbst keinen Blog, dann fehlt ihm grundsätzlich ein sehr wichtiger Baustein. Durch Hören und Lesen von Blogs erlangt man nicht das nötige Wissen, man lernt die Blogger nicht kennen. Schlimmer noch, man kann sie nicht richtig einschätzen und wird schneller auf die Fresse bekommen den Boden der Tatsachen zurück geholt, als man einen Tweet absendet.
Analysen, Kampagnen und Konzepte
Die Analyse ist der ständige Begleiter des Beraters und sollte nicht nur beim ersten Gespräch mit dem Kunden passieren. Ist natürlich vollkommen klar, aber selbst das habe ich schon ganz anders erlebt. Bevor durch das Gespräch mit dem Kunden eine Analyse erstellt wird, erwarte ich eine Online Analyse ohne den Kunden. Bunte Grafiken mit Erfolgszahlen sind schön, beeindrucken aber immer nur die Unwissenden.
Social Media kann meiner Meinung nach niemals eine Kampagne sein. Entweder sie geht in Fleisch und Blut über, oder man sollte es sein lassen. Kampagnen sind kurzfristig und können nie dauerhaft wirken.
Der Social Media Experte kommt mit einem fertigen Konzept zum ersten Gespräch? Dafür gibt es nur eine logische Erklärung, nämlich Inkompetenz. Ohne den Betrieb kennengelernt zu haben, und damit meine ich sogar intensiv, kann ein Konzept nur schlecht sein. Also Hand schütteln und Rausschmeißen!
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen
Dafür müsste ich jetzt wohl 5,- Euro ins Phrasenschwein werfen, gilt aber auch heute noch. Da kommt so ein Berater ins Haus und hat gerade sein Studium hinter sich? Wahrscheinlich hat er bisher noch nicht mal einen Betrieb von innen kennengelernt? Es gibt durchaus einige, junge Berater die einen richtig guten Job machen. Die haben allerdings dann schon meist ein paar Jahre Social Media Erfahrungen hinter sich und wissen wovon sie reden.
Referenzen sind natürlich ein wichtiger Aspekt. Ich habe allerdings schon viele Referenzen überprüft die gar keine waren. Auch lasse ich mich nicht mehr von großen Namen blenden. Mit großem Budget etwas zu erreichen ist wesentlich einfacher, als mit schmalem Budget Aufsehen zu erregen.
So, das war es dann auch schon von meiner Seite aus. Wie seht Ihr das Thema denn? Hab ich mal wieder völlig übertrieben, oder seht Ihr das Ganze ähnlich?
Rock on…
Woran erkennt man eigentlich einen guten Social Media Berater?
Donnerstag, August 19th, 2010, 13:04Ähnliche Artikel
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Ein Artikel von










Ich selber würde mal schauen, ob der Social Media Experte selber davon lebt oder in irgend einer Firma einen leistungsunabhängigen Lohn bekommt. Klar kann ein solcher auch gut sein, aber wer selber (und selbständig) damit sein Geld verdient hat sicher nicht alles falsch gemacht.
Mir haben “Erfahrene” bis jetzt mehr zu sagen gehabt, als irgend ein Berater, der für eine Internet Firma arbeitet und einfach die bekannten Blogs und Bücher zitiert.
Einer der selbständig in diesem Bereich arbeitet, rechnet auch den Faktor “Zeit” ein. Klar kann man viele Follower gewinnen, wenn man den ganzen Tag Interessantes twittert und aktiv an Gesprächen teilnimmt. Mit einem grossen “Freundeskreis” findet man auch leichter und mehr Kunden, aber ist der Aufwand im eigenen Business-Fall verhältnismässig?
@Chlori: Das muss nicht zwingend so sein. Selbst wenn er damit Geld verdient sagt das noch lange nichts über seine Arbeit aus. Im SEO Bereich gibt es ebenfalls genügend Selbstständige die gutes Geld verdienen und einen schlechten Job machen.
Der beste SB Consultant den ich kenne, wird man als solchen im Web nicht als solchen identifizieren. Der arbeitet allerdings auch nicht im Mini-Markt Deutschland.
Ich würde mir die Leistungen zeigen lassen und damit meine ich effektive Ergebnisse, kein Medien-Blabla sondern den echten Nutzen für den Auftraggeber.
“Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen…” Ich glaub da liegt genau das Problem bei Social Media: Die Branche ist noch gar nicht so alt, als das es in dieser “wirkliche” Berater-Gurus und Ikonen geben könnte.
Dafür gibt es umso mehr, die behaupten, Sie wären es.
Hauptsache ne richtig peppige Prezi Präsentation, dann kommt der Erfolg schon von ganz allein…
Unternehmen wollen (massiv) in Social Media investieren, machen es aber zurecht noch nicht!
Klasse Beitrag! Wichtig finde ich vor allem den Aspekt “Umgang mit Wettbewerbern”. Und darüber hinaus noch amüsant geschrieben…
Hi Stefan,
ich werde mir Deinen Artikel heute Abend zu Gemüte führen ! Klingt spannend. An dieser Stelle aber erst einmal ein großes Dankeschön für die Erwähnung und das enthaltene Lob! Ich lese Deinen Blog schon ein Weilchen und wusste gar nicht, dass es auch anders herum so zu sein scheint
…und dann noch in fast einem Atemzug mit Peer – Wow !
Viele Grüße und bis später.
Jasmina
Aber gerne doch Jasmina. Wer fleißig ist und einen guten Job macht, der wird auch gelobt. Hat man mir in meiner Kindheit mal so beigebracht, auch wenn ich es da gehasst habe.
Hallo Stefan
Ich kann deine Meinung nicht ganz teilen. Jemand der viel auf Twitter ist und ständig schnell antwortet und hilft hat zu viel Zeit. Zu viel Zeit heisst er muss nicht wirklich gut sein. Bei einem Blog ist es das Selbe. Es heisst nicht zwingend, dass er sich dann wirklich auskennt. Man muss nur etwas englisch können und die Inhalte adaptieren.
Meiner Meinung nach kann ein guter Social Media Berater einer sein, der nicht so extrem im Internet präsent ist. Man kann per Internet, Twitter und Blog extrem schnell ein Image aufbauen oder die Leute blenden.
Gruss Chris
@Chris: Natürlich wollte ich absichtlich auch etwas provozieren. Ich glaube natürlich auch, dass es gute Social Media Berater gibt, die weniger twittern oder bloggen. Dennoch ist es meiner Meinung nach ein gutes Indiz dafür. Zeit ist natürlich gerade im Social Media Bereich ein wichtiger Faktor. Doch gerade dieser Faktor gehört auch zu den Pflichtaufgaben eines guten Beraters. Er sollte dazu in der Lage seine eigenen Social Media Aktivitäten gut im zu Griff haben, schließlich ist er derjenige der dem Kunden zeigen soll wie man die ganze Kommunikation organisiert. Da kann ein zeitlicher Mehraufwand von 1 Stunde kein durchschlagendes Argument sein. Ich will natürlich auch keine extremen Aktivitäten verlangen, das kann auch kein Indiz sein. Nach dem Motto “Wer viel macht, macht auch viele Fehler” kann die Aktivität aber durchaus hilfreich sein.
@Detlef: Ich kann hier natürlich keine Regeln aufstellen und deren Richtigkeit für mich beanspruchen. Deine genannten Milestones, Guidelines und Schulungskonzepte sind natürlich vollkommen richtig und gehören zum Pflichtenheft des Beraters. Allerdings kommen diese Aufgaben immer erst dann zum Tragen, wenn der Berater schon als ein guter eingeladen wurde. Viele Kunden wissen zu diesem Zeitpunkt doch sowieso noch nicht, was auf sie zukommt. Wie sollen sie also Konzepte, Monitoring Tools usw. beurteilen können? Sie können nur mit ihren eigenen, kleinen Erfahrungen etwas herausfinden und dafür sind diese Eckpunkte gedacht.
Ich wollte mit diesem Artikel zur Diskussion anregen und Hilfestellung für die erste Auswahl eines passenden Social Media Beraters liefern. Da können meine paar Cents natürlich nicht das Allheilmittel sein. Danke Euch beiden für Eure wertvollen Beiträge.
Die Frage ist nach aller Erfahrung viel komplexer, als es hier mit dem Hinweis suggeriert wird, ein Indiz für Qualität sei bereits ein “prall gefüllter Blog des Beraters” und der Twitterauftritt. Das ist in der Tat eher eine Binse. Natürlich ist es auch nicht mit einer Präsentation alleine getan.
Unternehmen müssen sich alleine schon aufgrund zwingend gebotener Risiko-Nutzen-Abwägungen fragen:
Ist der Social- Media-Berater in der Lage, einen Projektplan mit dem Kunden zu erarbeiten, mit Milestones, Schulungskonzept für Mitarbeiter, einem überprüfbaren Konzept für den handhabbaren Einsatz professioneller Monitoring-Tools (das auch ein automatisiertes Reporting an jeweilige Unternehmensbereiche sichert), ein umfassendes PR-Konzept, das nicht nur Story-Angles berücksichtigt, sondern auch Krisenreaktions- sowie On-The-Flight-Pläne beinhaltet. Verfügt der Berater über nachprüfbare Referenzen in diesem Bereich oder ist der “Job” sein erster? Beherrschen Berater oder Agentur die Eigenentwicklung von Apps und sind sie in der Lage, ein Content Management System zu managen und redaktionell zu steuern – welche Erfahrungen können sie darin vorweisen? Oder müssen sie Dritte dafür heranziehen.
Last not least: In welchem Kostenrahmen bewegt sich das Projekt der Implementation einer komplexen Social Media Strategie – und wie muss dieser nachprüfbar mit zielabhängigen Ergebnissen budgetiert werden?
Wenn der Social Media Berater dies – nach einer digitalen Status-Erstanalyse des Unternehmens – transparent, nachvollziehbar und vor allem entscheidungsreif präsentieren kann, besteht ein Indiz dafür, daß er oder sie sein Handwerk beherrscht.
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Klasse. Ein Beitrag, der Klartext redet.
Vielen Dank für den Artikel – sehr schön!
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