Jan
24
2011

Euroweb und das Social Media Desaster

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Auch am vergangenen Wochenende gab es wieder jede Menge Neues über die Euroweb vs. Nerdcore zu berichten. Anscheinend wird uns das Thema noch ein bisschen beschäftigen. Ich hab mir das Ganze mal aus Social Media Sicht angeschaut.

Beim Lesen der neuen Entwicklungen in diesem Fall, war ich über die Entscheidung der Denic ebenso überrascht wie viele andere auch. Euroweb selbst hat dementsprechend dazu gleich einen Blogartikel verfasst und spricht dort über das Internet – eine rechtsfreie Zone? Über den Artikel selbst möchte ich jetzt auch gar nicht weiter diskutieren, das wird hier oder hier viel besser gemacht.

Die Kommunikation im Blog

Mich wundert es schon sehr, dass im hauseigenen Blog selbst überhaupt nicht diskutiert wird. Beim Schreiben von diesem Artikel sind bereits 91 Kommentare verfasst worden und die Leser schreiben sich in einen wahren Bashing Rausch. Nicht ein einziger Kommentar von Euroweb selbst. Keine Antwort, kein Aufruf zur Sachlichkeit, es wird überhaupt nicht reagiert!

Letzte Woche habe ich mir ja noch Gedanken darüber gemacht. ob hinter der Geschichte nicht vielleicht eine clevere PR Aktion dahinter steckt, doch jetzt wird erst klar, wie fahrlässig man dort mit dem Thema Social Media umgeht. Dabei wissen sie anscheinend sehr genau welche Chancen und Risiken Social Media mit sich bringt, schließlich erklären sie in ihrem eigenen Artikel sehr schön was die Macht der Nutzer bedeutet. Ein kurzes Zitat aus dem Artikel verdeutlicht das.

Für Unternehmen gilt also: Tue gutes, und lasse andere darüber reden!

Hätten sie genau das getan, dann wäre das jetzige Problem wahrscheinlich nur halb so groß. Ich halte es sogar für möglich, dass man einiges Positives hätte bewirken können, doch dazu muss man zumindest kommunizieren und das ist anscheinend nicht gewollt. Mir tut in diesem Moment der PR Sprecher André Nagel sogar sehr leid, denn ich vermute stark, dass er nur allzu gerne in den Dialog treten möchte. Vielleicht wird dieser sogar momentan an der ganz kurzen Leine gehalten, wie ist es sonst zu erklären, dass nirgendwo kommuniziert wird?

Die Kommunikation auf Facebook

Schaut man sich das Ganze auf Facebook an, dann wird man erst einmal auf der durchaus gelungenen Landingpage mit folgenden Worten empfangen:

Cleveres und gutes Webdesign, PR und virtuelles Marketing sind integraler Bestandteil der Arbeit unserer Euroweb Unternehmensgruppe im digitalen Zeitalter.

Die Pinnwand ist frei für das Posten von Kommentaren, was erstmal durchaus positiv und nicht selbstverständlich ist. Eine Kommunikation mit den Fans erfolgt dort allerdings nicht. Ganz im Gegenteil, es werden Links zum eigenen Blog oder zu den klassischen Medien veröffentlicht. Ich habe nicht einen einzigen Kommentar von Euroweb gefunden, aber knapp 200 Kommentare der Facebook User. Positive Kommentare habe ich jetzt keine gefunden, aber das war auch kaum zu erwarten. Warum kommuniziert man aber auch hier nicht? Man weiß bei Euroweb doch anscheinend sehr genau wie man Facebook einsetzen sollte, zumindest erklärt man es dort in dem eigenen Artikel ganz treffend so:

Jedoch hat kürzlich der Fall Nestlé gezeigt, dass gerade diese schnelle Art der Kommunikation auch nach hinten losgehen kann. Daher sind viele Unternehmen noch sehr zurückhaltend bei der Kommunikation via Facebook und twitter. Dabei ist Facebook eine ideale Plattform, um mit den Kunden in direkten Kontakt zu treten.

Deutlicher wird man dann noch unter Punkt 3. Dort werden wertvolle Tipps abgegeben wie man am besten mit den Fans auf Facebook kommuniziert:

Ganz wichtig ist es, auf die Kommentare einzugehen – egal ob sie positiv oder negativ sind. Neben Fans, die ihre Liebe offen zum Produkt oder Unternehmen bekunden,  werden sich auch einige Kritiker finden. Gehen sie auf die Kritik ein und löschen sie niemals negative Beiträge, auch wenn diese nicht der Wahrheit entsprechen sollten. Denn noch schneller als positive Nachrichten verbreiten sich negative Aussagen.

Anscheinend weiß man dort sehr genau wie man reagieren sollte. Warum man es nicht macht, ist mir auch mehr als schleierhaft.

Die Kommunikation bei Twitter

Im Twitter Account sieht das Ganze natürlich auch nicht anders aus. Auch dort wird überhaupt nicht auf irgend etwas eingegangen und das obwohl man auch hier wieder die Social Media Kompetenz unterstreicht.

euroweb-twitter

Ich kann mir ja sogar sehr gut vorstellen, dass es bei Euroweb Fachleute gibt, die sich in der jetzigen Situation richtig verhalten könnten. Dass man es nicht umsetzt, kann meiner Meinung nach nur von einer Ebene aus entschieden worden sein, die sich auch für die Klage gegen Nerdcore entschieden hat. Besonders viel Freude kann da als Pressesprecher momentan nicht aufkommen, denn der wird sich sicherlich den Entscheidungen fügen müssen.

Spannend wird meiner Meinung nach jetzt wie Euroweb in Zukunft mit solchen Situationen umgehen wird. Wird man eine Social Media Guideline erstellen und diese dann auch umsetzen? Bekommt die Presseabteilung in Zukunft mehr Freiheiten, oder wird sogar jemand für den Social Media Bereich eingestellt? Wie ist Eure Meinung dazu?

Rock on…

Euroweb und das Social Media Desaster


Montag, Januar 24th, 2011, 09:00