Aug
25
2009

Facebook & Twitter – Das Ende von Digg & Co.?

No Gravatar

Die stetigen Tests neuer Social Tools haben mir in letzter Zeit immer wieder eines gezeigt. Es scheint so als ob der Trend zu einem zentralen Tool geht. Die Zeiten in denen jeder viele kleine Social Tools nutzt gehen mit großen Schritten dem Ende zu. Welche Tools haben aber das Potential diese Hürde zu schaffen und welche neuen lösen andere ab?

So lange ist es noch gar nicht her, als ich gerne viele dieser Social Networks genutzt habe. Morgens schnell Yigg besucht, ein paar Votes gemacht und sich an spannenden Diskussionen beteiligt. Dann die neusten Trends bei Mister Wong beobachtet und skurille News bei Webnews & Co. gelesen. Die Zeiten haben sich allerdings stark gewandelt und das Nutzerverhalten erst recht. Die meisten der Social Networks haben die Wünsche ihrer User entweder gar nicht oder viel zu spät erkannt. Dabei gibt es immer noch genügend Chancen um sich am Markt zu behaupten, man muß nur zuhören!

Aufwand und Nutzen

Es gibt einfach zu viele Informationen an zu vielen Stellen um sie in annehmbarer Zeit zu verarbeiten. Wenn ich dann schon einen Favoriten unter diesen Diensten haben, dann möchte ich nicht auch noch gehindert werden es zu nutzen. Natürlich muß man sich überall registrieren und einloggen um einen Dienst zu nutzen. Muß man aber tatsächlich eingeloggt sein um eine Bewertung abzugeben? Warum überlässt man nicht dem User die Entscheidung ob und wenn ja wann auf ein Bookmark gevotet werden darf? Ich bin es einfach leid mich für jeden noch so kleinen Vote überall einloggen zu müssen. Ok, ich kann bei den meisten meinen Account mit Twitter und Facebook verbinden, ist klar. Aber wenn ich das schon kann, warum sollte ich dann noch 12 weitere Tools nutzen?

Dazu kommt noch, dass die Relevanz der geposteten Artikel im Nirvana verschwindet. Wer genügend Freunde hat, der wird auch mit einem Kühlschrank Sonderangebot auf die Startseite eines der Social Bookmarking Portale kommen. Es ist heute einfach nicht mehr einschätzbar ob es überhaupt noch sinnvoll ist dort einen Artikel zu verlinken. Sinn macht es nur noch dann, wenn man sich sowieso in die Community einbringt, denn dann ist der Nutzen wiederum vorhanden.

Facebook und Twitter drücken alles an die Wand

Facebook und Twitter sind natürlich erst einmal nicht kaum miteinander zu vergleichen. Selbst wenn Facebook gerade angefangen hat seinen eigene Tweet Service zu starten, so verfolgen sie doch zwei unterschiedliche Ziele. Beide Plattformen sind allerdings mittlerweile so groß, dass alles andere in der Belanglosigkeit verschwindet. Einen Linktipp poste ich wesentlich schneller auf Twitter oder Facebook, denn da bin ich sowieso schon eingeloggt. Bevor ich das bei einem klassischen Bookmarking Netzwerk geschafft habe, muss ich erst einmal diverse Felder mit Inhalt füllen. Ja, ich muss und genau das ist das nächste Problem. Die untenstehenden Trafficzahlen sagen dabei schon einiges aus. Zu beachten ist dabei allerdings, dass Unique Visitors bei Compete auch unique sind, wiederkehrende werden also nicht gezählt.

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Geschlossene Systeme und Zwänge

Ja ja, sie sind alle offen für Twitter und Facebook. Alle können damit verknüpft werden, alles ganz easy und alles Web 2.0. Eben nicht liebe Social Networks! Ein Link kann auch gerne mal “Lustiges Video über Twitter” heissen, dazu muss ich nicht noch eine komplette Beschreibung posten, Tags eingeben und Kategorien wählen. Nichts ist schlimmer als diese ewigen Fehlermeldungen, dass ich dieses oder jenes vergessen habe. Ich habe das nämlich nicht vergessen, ich möchte das einfach nicht! Und ich werde noch nicht einmal gefragt ob ich das möchte!

Usability

Ob man nun das jeweilige Social Network leiden mag oder nicht, möchte ich hier gar nicht behandeln. Das ist und bleibt immer eine Geschmackssache. Jedes Netzwerk hat immer wieder neue Tools integriert und damit versucht die User bei Laune zu halten. Wie oben aber bereits angesprochen ist die Anforderung heute aber eben eine andere. Es bewegen sich hauptsächlich Power User, Suchmaschinenoptimierer und treue Mitglieder in diesen Netzwerken. Alle haben aber gemeinsam, dass sie heute mehrere schicke Netzwerke nutzen und auch pflegen müssen. Da wird es schnell zu viel neben den 12 offenen Tabs auch noch alle gleichzeitig zu bedienen. Einen Ausweg aus dieser Misere kann es aber dennoch geben. Eine zentrale Schnittstelle die sich in den jeweiligen Browser pflanzt wird mittelfristig für wieder steigende Userzahlen sorgen. Externe Tools wie TicknTalk machen dabei einen guten Eindruck und können für das eine oder andere Netzwerk vielleicht die Zukunft sichern.

Was meint Ihr dazu? Haben die klassischen Social News Networks langfristig noch eine Chance oder werden sie von Facebook und Co. verdrängt?

Rock on…

Facebook & Twitter – Das Ende von Digg & Co.?


Dienstag, August 25th, 2009, 12:58