25
2009
Facebook & Twitter – Das Ende von Digg & Co.?
Die stetigen Tests neuer Social Tools haben mir in letzter Zeit immer wieder eines gezeigt. Es scheint so als ob der Trend zu einem zentralen Tool geht. Die Zeiten in denen jeder viele kleine Social Tools nutzt gehen mit großen Schritten dem Ende zu. Welche Tools haben aber das Potential diese Hürde zu schaffen und welche neuen lösen andere ab?
So lange ist es noch gar nicht her, als ich gerne viele dieser Social Networks genutzt habe. Morgens schnell Yigg besucht, ein paar Votes gemacht und sich an spannenden Diskussionen beteiligt. Dann die neusten Trends bei Mister Wong beobachtet und skurille News bei Webnews & Co. gelesen. Die Zeiten haben sich allerdings stark gewandelt und das Nutzerverhalten erst recht. Die meisten der Social Networks haben die Wünsche ihrer User entweder gar nicht oder viel zu spät erkannt. Dabei gibt es immer noch genügend Chancen um sich am Markt zu behaupten, man muß nur zuhören!
Aufwand und Nutzen
Es gibt einfach zu viele Informationen an zu vielen Stellen um sie in annehmbarer Zeit zu verarbeiten. Wenn ich dann schon einen Favoriten unter diesen Diensten haben, dann möchte ich nicht auch noch gehindert werden es zu nutzen. Natürlich muß man sich überall registrieren und einloggen um einen Dienst zu nutzen. Muß man aber tatsächlich eingeloggt sein um eine Bewertung abzugeben? Warum überlässt man nicht dem User die Entscheidung ob und wenn ja wann auf ein Bookmark gevotet werden darf? Ich bin es einfach leid mich für jeden noch so kleinen Vote überall einloggen zu müssen. Ok, ich kann bei den meisten meinen Account mit Twitter und Facebook verbinden, ist klar. Aber wenn ich das schon kann, warum sollte ich dann noch 12 weitere Tools nutzen?
Dazu kommt noch, dass die Relevanz der geposteten Artikel im Nirvana verschwindet. Wer genügend Freunde hat, der wird auch mit einem Kühlschrank Sonderangebot auf die Startseite eines der Social Bookmarking Portale kommen. Es ist heute einfach nicht mehr einschätzbar ob es überhaupt noch sinnvoll ist dort einen Artikel zu verlinken. Sinn macht es nur noch dann, wenn man sich sowieso in die Community einbringt, denn dann ist der Nutzen wiederum vorhanden.
Facebook und Twitter drücken alles an die Wand
Facebook und Twitter sind natürlich erst einmal nicht kaum miteinander zu vergleichen. Selbst wenn Facebook gerade angefangen hat seinen eigene Tweet Service zu starten, so verfolgen sie doch zwei unterschiedliche Ziele. Beide Plattformen sind allerdings mittlerweile so groß, dass alles andere in der Belanglosigkeit verschwindet. Einen Linktipp poste ich wesentlich schneller auf Twitter oder Facebook, denn da bin ich sowieso schon eingeloggt. Bevor ich das bei einem klassischen Bookmarking Netzwerk geschafft habe, muss ich erst einmal diverse Felder mit Inhalt füllen. Ja, ich muss und genau das ist das nächste Problem. Die untenstehenden Trafficzahlen sagen dabei schon einiges aus. Zu beachten ist dabei allerdings, dass Unique Visitors bei Compete auch unique sind, wiederkehrende werden also nicht gezählt.

Geschlossene Systeme und Zwänge
Ja ja, sie sind alle offen für Twitter und Facebook. Alle können damit verknüpft werden, alles ganz easy und alles Web 2.0. Eben nicht liebe Social Networks! Ein Link kann auch gerne mal “Lustiges Video über Twitter” heissen, dazu muss ich nicht noch eine komplette Beschreibung posten, Tags eingeben und Kategorien wählen. Nichts ist schlimmer als diese ewigen Fehlermeldungen, dass ich dieses oder jenes vergessen habe. Ich habe das nämlich nicht vergessen, ich möchte das einfach nicht! Und ich werde noch nicht einmal gefragt ob ich das möchte!
Usability
Ob man nun das jeweilige Social Network leiden mag oder nicht, möchte ich hier gar nicht behandeln. Das ist und bleibt immer eine Geschmackssache. Jedes Netzwerk hat immer wieder neue Tools integriert und damit versucht die User bei Laune zu halten. Wie oben aber bereits angesprochen ist die Anforderung heute aber eben eine andere. Es bewegen sich hauptsächlich Power User, Suchmaschinenoptimierer und treue Mitglieder in diesen Netzwerken. Alle haben aber gemeinsam, dass sie heute mehrere schicke Netzwerke nutzen und auch pflegen müssen. Da wird es schnell zu viel neben den 12 offenen Tabs auch noch alle gleichzeitig zu bedienen. Einen Ausweg aus dieser Misere kann es aber dennoch geben. Eine zentrale Schnittstelle die sich in den jeweiligen Browser pflanzt wird mittelfristig für wieder steigende Userzahlen sorgen. Externe Tools wie TicknTalk machen dabei einen guten Eindruck und können für das eine oder andere Netzwerk vielleicht die Zukunft sichern.
Was meint Ihr dazu? Haben die klassischen Social News Networks langfristig noch eine Chance oder werden sie von Facebook und Co. verdrängt?
Rock on…
Facebook & Twitter – Das Ende von Digg & Co.?
Dienstag, August 25th, 2009, 12:58Ähnliche Artikel
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Ein Artikel von










ich persönlich denke auch das gegen facebook und twitter kaum was anderes richtig ankommen wird. ich konzentrier mich auch immer mehr auf nur noch diese beiden. es ist einfach so wie du sagst, bei den beiden kann ich mit einem “klick” das machen wozu ich bei den anderen ewig brauch.
Ich denke, dass es ein Nebeneinander gibt und geben wird. Twitter beispielsweise ist für eine kurze Breaking News mit Link gut geeignet – für eine die News betreffende Diskussion oder eine Themenübersicht dazu hingegen weniger. Facebook ist zuallererst ein Network, in dem es nicht zuförderst um News geht – d.h. auch hier sehe ich keine Substitution, sondern eher die Notwendigkeit für die Networks wie für Social News, sich miteinander zu vernetzen, sich zu integrieren.
Mit YiGG machen wir genau das: man kann sich beispielsweise mit seinem Facebook Account auf YiGG anmelden; man kann aus YiGG heraus interessante News twittern
und demnächst sogar Gruppen für Twitter bilden.
Kurzum: jeder Nutzer wird sich das ihm/ihr genehme Tool aussuchen bzw. Mashup zusammenbasteln. Es geht nicht um: “Wer gewinnt?” sondern darum, wie wir alle den Nutzern die besten Tools bieten können.
Ich gebe dir natürlich teilweise Recht Michael. Ich glaube eben nur, dass Netzwerke wie Eures durchaus ihre Berechtigung haben und behalten werden, es aber eben unmöglich sein wird sie zu nutzen. Ein Netzwerk wie Yigg wird meiner Einschätzung nach wesentlich positiver in die Zukunft schauen können wenn es dem Nutzer einfacher gemacht wird und als zentrales Tool seinen Dienst leisten kann. Einer Bedienung durch ein offenes Tab gebe ich durch diese Unmenge an Tools und Networks keine großen Chancen mehr.
Du schreibst ja im übrigen selbst, dass sich jeder User das passende Tool aussuchen wird. Glaubst Du aber, dass so ein Tool weiterhin als Browser Tab genutzt wird oder eher als Desktop App oder eben als Addon eines Browsers?
@Stefan
Auch hier denke ich, entscheiden die Menschen sehr unterschiedlich. Wir haben mit unserer YiGG Bar in der Version 1 angefangen, Funktionen von YiGG zu nutzen, während man zu nahezu 100% die Inhalte der Zielwebsite sieht. In der Version 2 wird die YiGG Bar noch variabler und flexibler nutzbar sein, damit sie als “Tool” eingesetzt werden kann. Unserer Erfahrung nach wird dies momentan nur von einem geringen Anteil der Menschen genutzt – und ehrlich gesagt glaube ich auch, dass “wir alle” (d.h. die im Web 2.0 Tätigen) die Innovationsbereitschaft der Menschen überschätzen.
Daher gebe ich “konservativeren” “Tools” immer eine große Chance.
Klar, das mag natürlich auch stimmen. Als Web 2.0 User verliert man natürlich immer mal schnell den Blick für die “normalen” Internet User. Sicher sind diese dann sogar damit schnell überfordert. Auf die Version 2 der Yigg Toolbar bin ich natürlich sehr gespannt und werde sie ausgiebig testen.
Für mich sind viele dieser Seiten noch zu kompliziert, bin schon froh dass ich das mit dem Blog und dem Kommentieren hinbekomme…
Ich stimme dir zu. Während Facebooks Vorteil die Verknüpfung die Digitalisierung unseres realen Soziallebens darstellt, bietet Twitter einfache und effiziente Form der Distribution von Informationen von einem sozialen Kreis in den nächsten Kreis. Mit jeden weiteren Nutzer steigt der Nutzen dieser Websites und das aktuelle Wachstum verstärkt die breite Basis dieser Netzwerke.
Gruß
Hallo, wie siehst du Blogs? Werden die in Zukunft auch nicht mehr gebraucht??
Grüße, Meike
Bei Blogs sehe ich das ein wenig anders. Hier werden von vielen Blogs Nischen bedient die auch weiterhin von keiner anderen Quelle bedient werden können. Außerdem braucht man Blogs nur lesen oder kommentieren und sich nicht aufwändig registrieren. Blogs werden meiner Meinung nach in Deutschland erst noch so richtig modern werden.
danke für deine Einschätzung!
Ich sehe es von einer ganz anderen Seite denn ich benutz sowohl facebook wie auch twitter nicht und leben auch noch
Ich weiß nicht warum manche sich so viel mit diesen netzwerken beschäftigen. das einzige welches viel bringt wenn es um jobsuche und aufträge geht ist nach meiner meinung xing
[...] Update: endlich mal eine gute Gelegenheit, einen Link zu Stefan vom Web-Ideas-Blog zu setzen. Er beschäftigt sich viel mit SMO-Fragen, zum Beispiel: “Facebook & Twitter – Das Ende von Digg & Co.?“ [...]
[...] Digg im Vergleich zu Facebook und Twitter hinsichtlich Zukunftsaussichten [...]
Hi,
ich nutze derzeit auch vermehrt diverse Social News Sites wie Hype, Webnews, Infopirat und Co. Bookmarking-Dienste wie Linkarena und andere aber auch und manchmal fällt es mir auch schwer, sich stets neu anzumelden und alle Felder ausfüllen zu müssen.
Du hast ja ganz recht, dass es erstens eine Menge Arbeit ist und zweitens entfällt diese Arbeit mit Twitter und Facebook.
Ich bin dafür, dass viele Newsportale und Bookmarking-Dienste weiter existieren, aber kann man da nicht irgendwie ein einheitliches Login mit einem dauerhaften Cookie für alle schaffen!?
Sodass man ein einziges Mal ein Profil ausfüllt und dort Dutzende von Diensten einträgt mit PW und Login und gut ist.
Die Schnittstelle von Facebook und Twitter wird immer mehr integriert, das merke ich auch hier und da.
Jedoch verschwinden Tweets so schnell, dass der Nutzer davon nicht viel hat. Facebook nutze ich auch und i-wie ist es mir dort zu viel des Guten, zu viele Apps und Anfragen usw. Ich sage mal so, für leidenschaftliche Facebooker passt der Dienst, aber für gelegentliche Nutzer ist er schon zu gross, finde ich.
Fazit: Social News Sites können ruhig bleiben, aber die Sache mit dem einheitlichen Login oder einer Schnittstelle für alles(Newsportale + Bookmarking Services) könnte vll. mal i-wie realisiert werden. Ob das nun technisch machbar ist, kann ich von meinem Standpunkt aus nicht sagen.
[...] damit der Trend zum Ende von SocialNews, wie es Web Ideas beschreibt, gestoppt? Denn die bisherige Integration von Fytch in Twitter und [...]
@Alexander Liebknecht, Du schriebest: “Jedoch verschwinden Tweets so schnell, ”
Das mit der durchlaufenden Klopapierrolle? Wie filterst Du denn? Wem folgst Du – bitte keine Antwort, soll ein Denkanstoß sein – ?
Kennst du die erweiterte Twittersuche? Ohne intelligenten Gebrauch ist Twitter für die Füsse…
Gruß
Bernhard
[...] was die Verlinkung von Beiträgen auf Social News Plattformen betrifft, wird es mittlerweile als lästig empfunden, jedes Mal die umständlichen Formulare auszufüllen. Dass das aber auch anders (im Sinne von [...]
Im Sinne einer Marktkonsolidierung gebe ich dir recht. Weniger große Dienste werden die tatsächlichen und vermuteten Bedürfnisse der User befriedigen. Die Hürde wird sein, dass die Nutzer mindestens die soziologischen Bedürfnisse nach Anerkennung und “Gesehen werden” auch auf diesen Plattformen erhalten und ihre sozialen Kontakte sich auch hier wiederfinden. Twitter kann ich natürlich so einstellen, dass ich nicht ganz untergehe. Nur hier bin ich bei einem anderen Punkt. Der Usersegmentierung. Mag das bei Twitter für einen Poweruser alles einfach sein, so wird der “normale” User schnell die Finger davon lassen. Will sagen, dass es immer auf die Perspektive ankommt, denn Web 2.x heisst nicht nur User generated Content, sondern eben auch der Verlust der Kontrolle und Lenkbarkeit der User im Vergleich zu Web 1.x.
Daher meine ich, dass es einige Big Player geben wird und die Nische sehr wohl Platz für andere Plattformen frei lässt. Twitter war bis vor kurzem auch eine Nische. Der Markt dreht sich schnell und ich bin gespannt , wie die Web 2.x Landschaft in 1-2 Jahren aussehen wird.
Zum Thema Anmeldung stimme ich zu, nur spielen hier natürlich rechtliche Dinge eine Rolle. Es wäre ja schon mal ein Schritt, eine Anmeldung so einfach wie möglich zu gestalten, mit dem Verzicht auf die ewig langen Angaben zum Profil.