Aug
26
2009

Bewerber suchen und finden neue Stellenangebote mit JobTweet

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Twitter Tools wohin man schaut, man wird überschüttet mit grösstenteils nutzlosen Applikationen. Doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. JobTweet ist eines der Tools, das wie gerufen kommt im Web 2.0 und seinen Siegeszug erst noch vor sich hat. Ich habe mir das Tool mal ein wenig genauer angesehen und den beiden Initiatoren dazu ein paar Fragen gestellt.

Den klassischen Weg der Stellensuche im Internet kennen wir ja leider alle. Man begibt sich auf bekannte Portale wie z.B. MeineStadt.de und sucht im jeweiligen Umkreis nach passenden Angeboten. Oft findet man dann auf mehreren Portalen die selben Stellenangebote wieder und landet irgendwann bei den klassischen Stellenbörsen. Leider sind von denen einige mittlerweile zu einem geschlossenen System übergegangen.

Man muß sich also registrieren um eine Stellenanzeige zu lesen? Dann darf man noch seine kompletten Bewerbungsunterlagen eingeben und dafür auch noch monatlich etwas vom Konto abbuchen lassen? Sorry, ich verstehe ja, dass es momentan eine sehr schlechte Situation am Arbeitsmarkt ist, aber das kann ich nicht nachvollziehen.

Genau diese Probleme haben die Initiatoren von JobTweet erkannt. Ich möchte die beiden hier ein wenig genauer vorstellen und habe ein kleines Interview mit ihnen geführt.

jobtweet-twitter-stellensuche

Alexander Fedossov und Jan Kirchner betreiben in Hamburg eine auf Online- und Social-Media-Recruiting spezialisierte Personalberatung für technische Berufe. Mit jobtweet betreiben sie außerdem die erste Jobsuchmaschine für den Microbloggingdienst Twitter. In ihrem Blog “Wollmilchsau” beschäftigen sie sich intensiv mit den Themen Personal- und Stellensuche im Internet, sowie mit Data-Mining, Social Media und Web 2.0. Im September erscheint ihr Buch “Online-Personalsuche – Praxishandbuch für aktive Personalbeschaffung im Internet”.

Interview JobTweet

Hallo Jan, Hallo Alexander,
ich freue mich, dass Ihr Euch ein wenig Zeit für dieses Interview genommen habt. Wenn es um Social Media Marketing für Personalberatung geht, dann seid Ihr wohl ganz vorne mit dabei. Anscheinend habt Ihr Euch sehr früh mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt und nutzt sie intensiv.

Hallo Jan, Hallo Alexander,

ich freue mich, dass Ihr Euch ein wenig Zeit für dieses Interview genommen habt. Wenn es um Social Media Marketing für Personalberatung geht, dann seid Ihr wohl ganz vorne mit dabei. Anscheinend habt Ihr Euch sehr früh mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt und nutzt sie intensiv.

Stefan: Wie sind denn Eure Erfahrungen damit bisher?

Jan: Wir haben bei der Personalsuche in Social Media Communities überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Ich betrachte das als das Resultat unserer intensiven Auseinandersetzung mit den verschiedenen Plattformen und den dahinter stehenden Technologien. Denn nicht jede Plattform eignet sich pauschal für jeden Auftrag. Wer Social Media erfolgreich einsetzen will, muss genau wissen, auf welchen Plattformen sich die jeweilige Zielgruppe bewegt, und welcher Ton dort herrscht. Das erfordert eine ständige Auseinandersetzung mit dem Thema und die Bereitschaft, jeden Tag neu zu  lernen. Wer die Zeit oder Bereitschaft hierzu nicht hat, sollte sich lieber einen entsprechenden Partner suchen.

Stefan:Und wie geht Euer Wettbewerb damit um?

Jan: Von den Personalberatern und Personalern in Deutschland beschäftigt sich bisher nur ein Bruchteil intensiv mit Social Media Marketing und den Möglichkeiten, die daraus für Personalsuche und Employer Branding entstehen.

Allerdings gewinnt das Thema durch die vermehrte Berichterstattung in Online- und Printmedien immer mehr Aufmerksamkeit bei Unternehmen, Personalberatern und vor allem bei Stellensuchenden. Insbesondere die heutigen Berufseinsteiger, die mit dem Web aufgewachsenen “Digital Natives”, werden in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass sich Recruiter und Unternehmen intensiver mit dem Thema befassen.

Im Moment habe ich allerdings den Eindruck, dass vielen Entscheidungsträgern über die Erkenntnis der wachsenden Bedeutung von Social Media hinaus noch das Grundverständnis fehlt. Zum einen ist das nötige Hintergrundwissen über Webtechnologien nicht vorhanden und zum anderen habe war das Recruiting in Deutschland bisher nicht unbedingt auf Dialog ausgelegt. Besonders Dialogbereitschaft ist neben den technischen Aspekten die wichtigste Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Social Media im Recruiting.

Stefan: Die Erfahrungen mit Twitter & Co., waren die Schuld daran die Jobsuchmaschine Jobtweet zu starten?

Alexander: Wir haben sehr früh Überlegungen darüber angestellt, wie sich Microblogging für den Arbeitsmarkt einsetzen lässt. Uns ist dann schnell klar geworden, dass Stellenangebote bei Twitter, Friendfeed, identi.ca usw. nur sinnvoll sind, wenn Stellensuchende gezielt danach suchen können. Denn wenn man als Stellensuchender gezwungen ist, Job-Channel zu abonnieren, deren Feeds für einen selbst zu 95% aus irrelevanten Angeboten bestehen, ist das keine Hilfe sondern SPAM.

Stefan: Welche Funktionen bietet Jobtweet in der jetzigen Version?

Alexander: Jobtweet ist eine One-Stop-Lösung für den Microblogging-Arbeitsmarkt. Neben der Suche nach Jobs bietet Jobtweet auch die Möglichkeiten, selbst Stellengesuche bei Twitter zu veröffentlichen und Nutzerprofile zu durchsuchen. Insbesondere die Möglichkeit, mehr als 17 Millionen Twitter-Bios zu durchsuchen ist ein Feature, das Jobtweet für alle Twitternutzer interessant macht, da es die effiziente Suche nach interessanten Twitterstreams und die gezielte Erweiterung des eigenen Netzwerks ermöglicht.

Stefan: Wo sind die Vorteile von Jobtweet?

Jan: Jobtweet ist ein offenes System. Alle Stellenanzeigen und -gesuche, die über Jobtweet in den Microblogging-Kosmos eingespeist werden, können über jede beliebige Microblogging- bzw. Social-Media-Suchmaschine gefunden werden. Also z.B. über twitter search [search.twitter.com], icerocket[.com], socialmention[.com], collecta[.com], twingly[.com] und selbst über die englische Twitter-Jobsuchmaschine twitterjobsearch[.com]. Wir wollen unsere Nutzer schließlich unterstützen und nicht behindern. Abgesehen davon, werden langfristig nur offene Angebote am Markt bestehen. Geschlossene Systeme, wie z.B. die meisten der heutigen Stellenbörsen, werden sich entweder anpassen oder der Weiterentwicklung des Webs zum Opfer fallen.

Alexander: Darüber hinaus bietet Jobtweet auch Nutzern die selber keinen Account bei Twitter, friendfeed und identi.ca haben die Möglichkeit, von den Informationsströmen dieser Dienste zu profitieren. Das ist aus unserer Sicht langfristig der größte Vorteil. Insbesondere für Arbeitgeber, die unseren Premium-Service nutzen. Zum einen nehmen wir Ihnen die Einspeisung, Optimierung und Aktualisierung ab. Zum anderen ersparen wir ihnen die Zeit, die es braucht die effektive Nutzung von Twitter & Co zu erlernen.

Stefan: Sind weitere Features für die Zukunft geplant?

Jan: Mit der Einführung der Biosuche ist Jobtweet zu der von uns angestrebten One-Stop-Lösung geworden die alle Kernbereiche der Stellen- und Mitarbeitersuche anbietet. Daher werden wir in nächster Zeit vor allem auf die Verbesserung der bestehenden Funktionen und die Umsetzung der Vorschläge unserer Nutzer konzentrieren. Wir gehen aber davon aus, dass durch den Dialog mit den Nutzern Ideen zu neuen Features entstehen werden.

Was sagt Ihr denn zu diesem Tool? Habt Ihr es schon einmal getestet und wie ist Eure Bewertung dafür?

Rock on…

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Mittwoch, August 26th, 2009, 12:00