Okt
26
2010

Pöse, pöse Blogger

No Gravatar

Das Internet ist pöse, ganz pöse.  Übersät mit Profilneurotikern, Abzocker Onlineshops, Besserwissern und Selbstdarstellern. Wir Blogger sind ganz besonders pöse, denn wir haben eine enorme Macht. Die meisten wissen nur nicht wie mächtig sie eigentlich sind.

Ihr als meine Stammleser wisst sicherlich was Euch jetzt erwartet. Ich werde auch in diesem Artikel nicht wieder etwas aufwärmen, was bereits längst durchgekaut ist. Der Anlass zu diesem Artikel war dann aber doch die aktuelle Hysterie um den Artikel von Stefan Niggemeier. Er hat seine Kommentare genauer analysiert und anhand der IP Adressen einen Kommentator Rechner identifiziert, den er dann öffentlich machte. Die Frage die ich mir sofort stellte war natürlich, ob und wenn ja, warum man das so macht. Nun, Blogger mit so einer Reputation sind mächtig, ja sogar sehr mächtig im Netz. Die meisten Blogger wissen zwar um ihre Macht, unterschätzen aber immer wieder deren Reichweite.

Ich sehe dort immer eine Parallele zu den Politikern, obwohl ich natürlich keinem zu nahe treten will. Ist ein Politiker erst einmal an der Macht und hat dafür lange und hart gearbeitet, dann beginnt oft eine Art Abwehrhaltung. Kreativität rückt plötzlich immer mehr in den Hintergrund und die Verteidigung der Position wird das Wichtigste. Ok, das gilt natürlich lange nicht für jeden, aber bei einigen kommt es mir so vor. Das Problem was wir als Blogger wohl haben ist, dass wir Namen nennen können und es auch tun. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass man natürlich auf Probleme aufmerksam machen kann und auch sollte, aber man muss nicht zwingend dazu auch immer die Personen öffentlich an den Pranger stellen.

Ich meine man kann doch nicht kritisieren, dass Namen veröffentlicht werden, das dann als Artikel verfasst, in dem dann auch Namen genannt werden. Ok, jetzt könnte man natürlich noch nach Privatspäre usw. unterscheiden, doch beide Kritiken enden in einem öffentlichen Artikel. Ob das nun gleichzusetzen ist oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Ich habe nur immer dann ein Problem, wenn man sich der Tragweite seines Blogs nicht bewusst ist. Es ist ja nun nicht das erste Mal vorgekommen, dass mit einem einfachen Blogpost eine ganze Reputation zerstört wurde. Wehren kann sich der Angeprangerte natürlich, doch was erst einmal geschrieben wurde, wird erst einmal geglaubt, erst Recht wenn es ein bekannter Blogger ist.

Als unbekannter Blogger ist das Ziel dann wohl leider oft der Traffic, schließlich will man seine Bekanntheit steigern. Reißerische Headlines funktionieren nun einmal sehr gut um neue Leser anzulocken. Exklusive Stories funktionieren natürlich noch um ein vielfaches besser, also ist es für viele Blogger das große Ziel. Unterscheiden können wir dann irgendwann wohl nicht mehr zwischen der Print Boulevardpresse und dem Mainstream Boulevard Blog. Wir können nur noch reagieren, in dem wir das eine Blog lesen und das andere ignorieren. Genau das wäre aber eben zu schade, denn die deutsche Blogkultur ist nach wie vor sehr spannend und hat eine enorme Qualität.

Vielleicht wird es uns Bloggern auch zu einfach gemacht. Wer ein paar zusammenhängende Sätze hinbekommt, dazu noch ein Bilder platziert und die Basics von Marketing und SEO beherrscht, wird in kurzer Zeit ein erfolgreiches Blog haben. Die Position dann zu verteidigen ist dann auch nicht mehr schwer. Verlinke dich immer in erster Linie intern, dann mit deinen Freunden, und nur wenn es wirklich nicht mehr anders geht mit anderen Blogs. Wir Blogger sind alle pöse, so pöse. :-)

Rock on…

Pöse, pöse Blogger


Dienstag, Oktober 26th, 2010, 11:25