Aug
15
2011

Transparenz oder Anonymität – Für was stehst du?

No Gravatar

Wer sich im Netz bewegt und aktiv teilnimmt, der sollte wissen, dass man ihm seine Beiträge auch zuordnen kann. Aber wie nimmt man denn nun am besten teil. Anonym oder doch lieber transparent?

Für Google ist die Sache anscheinend ganz klar. Wer Google + nutzen möchte, der hat gefälligst auch seinen Namen anzugeben und zwar so wie er eben normalerweise auch ist. Pseudonyme sind bei Google eben nicht erwünscht und Facebook ist natürlich der selben Meinung.

Blogs auf verlorenem Posten

Hier in Deutschland sind wir eh schon längst alle am Arsch verloren. Wer hier als Blogger unterwegs ist und dann mal sein Maul aufreißt seine Meinung sagt, der kann schon mal sein Portemonnaie zücken, die Abmahnwälte lesen deinen Blog nämlich täglich und warten nur auf eine Verfehlung. So ist es dann auch wenig verwunderlich, wenn Blogger wie Oliver Stör die Schnauze gestrichen voll haben vom Bloggen. Spaß bringt das Ganze dann nämlich schon längst nicht mehr. Vielleicht liegt hier auch einer der Gründe, warum die Bloglandschaft im Moment so grau aussieht.

Ein Pseudonym ändert vieles

Stellen wir uns einmal vor, Oliver hätte die Möglichkeit gehabt anonym im Netz unterwegs zu sein und dadurch eben keine Abmahnungen etc. erhalten. Er wäre uns als Blogger sicherlich erhalten geblieben und er hätte weiterhin auf Dinge aufmerksam gemacht, seine Sicht präsentiert und auf Missstände hingewiesen. So wird uns ein Stück Freiheit genommen, obwohl das hier erst der ganz kleine Anfang sein wird.

Als die Grundgesetze mal erschaffen wurden, da hat man den Inhalt zwar ernst gemeint, aber da war es eben auch um ein vielfaches schwieriger Gehör zu bekommen. Ich meine sich in Vereinen oder Gemeinschaften zu organisieren und dann auf die Straße zu gehen, war auch früher kein Problem, aber heute ist das ein Kinderspiel. Wer im Netz ein wenig Einfluss hat und auf ein gepflegtes Netzwerk zugreifen kann, der kann damit einiges auf die Beine stellen. Genau das gefällt aber unserer Regierung eben nicht. Kann doch nicht angehen, dass wir selbst sogar Betrüger aufdecken und die dann auch noch gehen müssen.

Namesake ist einer dieser neuen Services in dem Konnversation inklusive der Transparenz groß geschrieben wird. Hier sucht man sich die Diskussionen die einen selbst interessieren und nimmt aktiv am Geschehen teil. Die haben dann auch genau zu diesem Thema eine interessante Infografik veröffentlicht, in der die Vorteile und Nachteile gegeneinander gestellt werden.

Transparenz oder Anonymität - Infografik

Anonymität ist weder grundlegend gut noch schlecht. Wer anonym unterwegs ist, der geht sicherlich mit einer größeren Portion Mut an die Geschichte ran. Das Problem an der Sache ist aber, dass eben nicht jeder mit dieser Macht umgehen kann. Macht in den falschen Händen hat den Menschen schon seit deren Bestehen für jede Menge Stress gesorgt. Das ist auch in den Zeiten von Social Media nicht anders. Wer sich im Netz eine gute Reputation erarbeitet hat, der wird leider auch nicht selten schnell überheblich. Dafür gibt es auch unter uns Bloggern und Social Media Nutzern genügend Beispiele, die ich hier natürlich nicht nennen werde.

Ich würde manchmal auch sehr gerne das Kind beim Namen nennen wollen, bin dazu aber wohl viel zu friedliebend. Ich kenne die Gefahr mit realen Namen viel zu gut, als dass ich diese dann öffentlich an den Pranger stelle. Das sollen dann doch lieber andere machen, aber genau die werden wir auch in Zukunft brauchen. Zumindest dann, wenn es um Missstände geht, die von öffentlichen Personen, Firmen oder Institutionen gemacht worden sind. Private Existenzen aufs Spiel zu setzen halte ich aber nach wie vor für falsch. Dafür gibt es Gerichte und nicht Social Media.

Transparenz oder Anonymität – Für was stehst du?


Montag, August 15th, 2011, 13:08


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